85 gewöhnlich im Herbst und zu Ostern ein Oratorium je zwei mal aufgeführt, und im Januar finden je zwei Solistenkonzerte statt. Im folgenden ist eine Zusammenstellung der bisher aufgeführten Oratorien gegeben: Bach: Matthäus Passion (4 mal vor 10 000 Arbeitern), Händel: Messias (2 mal vor 5000 Arbeitern), Haydn: Jahreszeiten (4 mal vor 600 Arbeitern), Brahms: Deutsches Eequiem (1 mal vor 2500 Arbeitern), Gramman: Trauerkantate (1 mal), Graun: Tod Jesu (2 mal vor 5000 Arbeitern), Schütz: Passion (1 mal vor 2500 Arbeitern), Mendelssohn: Elias (2 mal vor 5000 Arbeitern), Bruch: Das Lied von der Glocke .(2 mal vor 5000 Arbeit.), Mengewein: Frühlingslieder, Frau Musika (2 mal vor 5000 Arbeitern). Die hervorragendsten Sänger, Sängerinnen und Virtuosen haben sowohl in den Oratorien wie in den Solistenkonzerten mitgewirkt. Um die bekanntesten Namen herauszugreifen, nenne ich nur: Amalie Joachim, Lilli Lehmann, Emilie Herzog, Paul Bulss, Paul Knüpfer, Professor Joachim, Professor Barth, Professor Waldemar Meyer u. a. m. Verschiedene Gesang vereine sowie auch das Philharmonische Orchester unter Leitung von Arthur Nikisch haben in diesen Konzerten mit gewirkt. Es gibt in Berlin kein Konzertlokal, das sämtliche Personen, die Einlaß zu diesen Konzerten begehren, fassen könnte. Um nicht zu viele abzuweisen, sah man sich daher genötigt, die Oratorienaufführnngen zunächst in der Garnison kirche, die mit Erlaubnis des Kaisers unentgeltlich zur Ver fügung gestellt wurde, abzuhalten. Die ästhetischen Genüsse, welche den Arbeitern geboten wurden, beschränkten sich nicht nur auf die oben angeführten Konzerte, die Zentralstelle hat unter Mitwirkung des Aus schusses zur Veranstaltung von Volksaufführungen, im Jahre 1896 zum erstenmal Museumsführungen veranstaltet. Der Versuch war so erfolgreich, daß man schon im Winter 1897 sie in erweiteter Form wiederholen konnte. Es wurde ein Programm von zwölf Führungen zusammengestellt, zu denen Karten ausgegeben wurden, die der Ausschuß in