50 auf aus „Sympathie“ mit den Ausgesperrten den Streik, der über 25 000 Arbeiter umfaßte. Es gab schwere Stockungen, harte Verluste, auch Tumulte; schließlich kam durch Ver mittlung des Staatsgouverneurs ein Kompromiß zustande. Die Einmischung der republikanischen Staatsregierung war in Rücksicht auf die nahe bevorstehenden städtischen Wahlen in San Francisco erfolgt. Man befürchtete einen Abfall der Arbeiterstimmen von der republikanischen Partei. Die Befürchtung war gerechtfertigt. Es bildete sich, da auch die demokratische Partei sich den Arbeitern unliebsam gemacht hatte, in aller Stille eine lokale Arbeiterpartei, deren Programm mit einigen sozialistischen Forderungen aufgeputzt war. Das Ergebnis war, daß die Arbeiter fünf der Ihren in den Stadtrat brachten und die Wahl des Prä sidenten des Musikerverbandes zum Bürgermeister durch setzten. Das Beispiel von San Francisco ist in Hartford im Staate Connecticut und in drei anderen, kleineren Industrie städten dieses und des Staates Massachusetts nachgeahmt worden. Während des jüngsten Streiks der Straßenbahn- Angestellten in San Francisco, Ende April d. J., war ich Augenzeuge der Vorgänge, die alle aufs tiefste erregten. Der Streik endete unter dem ermunternden Zuspruch des Publikums und der Presse mit dem vollständigen Sieg der Streikenden, die sogar von der Kanzel herab ge feiert wurden. Die große Bedeutung dieses Streiks liegt nach meiner Meinung darin, daß er über die Grenzen San Franciscos und Californiens hinaus weithin unter den organisierten Arbeitern ein lautes Echo gefunden hat und zur Bildung einer großen Arbeiter-Partei über das ganze Land führen dürfte. Noch vor zwei Jahren hat sich Präsident Gompers zu einem mir befreundeten sehr angesehenen Manne dahin geäußert, daß die amerikanischen Arbeiter sich jeder