68 weit ich es verstehe, die dringende Aufgabe, an Ort und Stelle den Entwicklungsgang im Farmbetrieb durch praktische Männer zu verfolgen. Das Lagerhaus- und Getreide gradierungswesen in den Vereinigten Staaten könnte mit Nutzen für uns studiert werden. Das seitherige System, bei dem die Wahrung unserer wirtschaftlichen Interessen — und hierin liegt ein offen kundiger Mangel — ausschließlich den diplomatischen und Konsularvertretern gleichsam im Nebenamt obliegt, ist durchaus unzulänglich. Je mehr sich Deutschland zu einem großen Exportstaat gedehnt, je mehr es den friedlichen Wettkampf mit den Völkern der Erde aufzunehmen hat, desto unabweisbarer wird es, namentlich in den Ländern unserer kommerziellen Beziehungen, die wirtschaftliche Interessen vertretung des Reichs von den sonstigen Auslands-Behörden zu trennen oder, wenn dies unmöglich sein sollte, sie im Rahmen des Bestehenden so selbständig als tunlich zu machen und sie auf eine breite Grundlage zu stellen. Die Beigabe von Handels- und Gewerbe-Attaches — es handelt sich z. Zt. immer nur um einen Attache bei den Konsulaten, und es sind sehr wenige Konsulate, die einen solchen Attache haben — ist ursprünglich sympathisch begrüßt worden. Es ist aber an und für sich undenkbar, daß ein einzelner Mensch, er mag noch so begabt und arbeitsfreudig sein, zur Leistung der Aufgaben, die ihm hier obliegen, physisch im stande wäre. Die täglichen Geschäfte stellen so weitgehende Verwaltungsaufgaben, daß weder der General-Konsul, noch der Konsul, noch die Vize-Konsuln, die zumeist mit juristi schen Arbeiten beschäftigt werden, Zeit haben, ihre Distrikte persönlich zu bereisen und mit eigenen Augen zu sehen und dann zu berichten, was sie gesehen und beobachtet haben. Unsere Konsulate sind vornehme bureaukratische Organisationen, nicht Werkstätten wirtschaftlicher Inter