84 Meinung des amerikanischen Volkes ferner die Verwandt schaft mit dem imperialistischen Gedanken, der auf die Gemüter zauberhafte Macht ausübt. Ich erinnere mich freundschaftlicher Unterhaltungen, die ich mit Führern des politischen und wirtschaftswissenschaftlichen Imperialismus gepflogen habe. Besonders gedenke ich der Unterredungen mit dem Senatsmitglied für Indiana, Herrn Beveridge, der von Beruf Lawyer, in seiner Stellung als Staatsmann Repu blikaner und Imperialist von großem Einfluß und Ansehen ist. Dieser glaubt an den nahen Eroberungszug der Ver einigten Staaten durch die ganze Welt. Im Mai führte er mir in Washington vor, daß die Union in den letzten fünf Jahren für Kriege, Pensionen und sonstige Regierungskosten 2,5 Milliarden. Dollars aufgewendet und alles bis auf den letzten Dollar bezahlt, die Goldreserve auf den höchsten Stand gebracht und bei alledem die Kriegssteuern abge schafft habe. Dies sei nur unter der glorreichen ameri kanischen Wirtschaftspolitik — der Hochschutzzollpolitik — möglich gewesen. Gewiß seien nicht alle Trusts und nicht in allen Teilen splide, aber — und das ist kennzeichnend — die Amerikaner müßten an ihren Trusts festhalten, weil sonst an deren Stelle die internationalen Trusts kämen, in denen die Deutschen und die Engländer zum Nachteil Amerikas die Führung haben könnten. Trusts und Hochschutzzoll seien für Amerika unentbehrlich — bis die amerikanische Industrie im Siegeslauf die ganze Welt erobert habe, Ame rika der Bankier der ganzen Welt geworden sei und den ganzen Welthandel beherrsche. Dann erst wäre die Zeit für internationale Trusts gekommen. Was Mr. Beveridge mir im Mai in Washington gesagt, das hat er Monate später in Ogden in Utah unter dem Jubel der republikanischen Zuhörer in langer Rede ausgeführt. Die Übertreibungen des amerikanischen Imperialismus