94 schlagen höher und stolzer, wenn wir der ruhmreichen Stellung gedenken, die Deutschlands industrielle Leistungen in Paris 1900 errungen haben. Im Maschinenwesen, nament lich in der Elektrotechnik, im Schilfsbau, in der Optik und Mechanik, in der Chemie waren wir in der vordersten Reihe, dank einer wissenschaftlichen Grundlage von unver gleichlicher Tiefe, dank ausdauerndem Fleiß und ernster Gewissenhaftigkeit. Doch in dem „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ hat die gewerbliche Arbeit ebenfalls so wuchtige Selbständigkeit erreicht, ist sie überdies gerade da, wo unser Wettbewerb früher in Frage kam, durch pro- hibitive Schutzzölle gegen jeden nachhaltigen Einfall so er höht gesichert, daß wir nicht hoffen dürfen, überall einen materiellen Gewinn oder auch nur einen materiellen Ersatz für die von einer würdigen Vertretung erforderten Opfer davonzutragen. Es ist daher eine nicht wegzuschaffende Tatsache, daß wir auf gewissen Gebieten mit den Ameri kanern in ihrem eigenen Land nicht mitkommen können, so konkurrenzstark wir auch an und für sich sind. Auf der andern Seite ist die Ausstellungsmüdigkeit der deut schen Gewerbetreibenden erwiesen. Die westliche Ma schinengroßindustrie, die in Düsseldorf sich eben erst mustergültig bewährt hat, wird, soweit dies aus bis jetzt bekannt gewordenen Äußerungen erkennbar ist, kaum nach St. Louis gehen. Dasselbe gilt von unseren großen Elek trizitätsunternehmungen, denen ein etwa 50prozentiger Wert zoll für Dynamos und Motoren die Grenzen der Vereinigten Staaten beinahe prohibitiv sperrt. Demgegenüber stünde allerdings die Aussicht, durch St. Louis auf den Markt des lateinischen Amerika vermehrten Einfluß gewinnen zu können. Wenn nun trotzdem die führenden Firmen daheim bleiben, wenn nur die Fabrikanten und Industriellen zweiten