144 Bei Beurteilung der neuen Welt im Cripple Creeker Bezirk muß man unwillkommene Erscheinungen mit in den Kauf nehmen. Die Menschen, die sich ursprünglich dort oben ansiedelten — von der Begierde ergriffen, schnell reich zu werden — entstammten zumeist den ungebildeten Volksklassen; die besseren Elemente, die dann als technische und kommerzielle Hilfskräfte hinzutraten, haben an der Grundfärbung wenig zu ändern vermocht. Es geht ein Zug ungraziösen, beinahe rohen Abenteurertums durch das Ganze. Aus den Augen der Menschen sprechen alle Leiden schaften. Jedermann spielt — nicht allein in den Shares der Minen-Gesellschaften, sondern auch in den „Gambling Houses“, die bis zum Winter 1901/02 Tag und Nacht ge öffnet waren. Damals erschoß beim Spiel im Jähzorn ein in verhältnismäßig kurzer Zeit zu einem Millionenvermögen gelangter Minenbesitzer einen Grubenarbeiter, der ihn nur harmlos geneckt hatte. Daraufhin wurden auf Befehl des Sheriffs die öffentlichen Spielhöllen geschlossen, in denen die „Roulette“ am meisten beliebt war. Ich habe mir die Räume eines solchen „Gambling House“ zeigen lassen. Wenn auch der Eindruck nur ein unvollkommener sein konnte, da niemand bei der „Arbeit“ war, so er schienen Einrichtung und Aufmachung — natürlich verbietet sich jeder Vergleich mit Monte Carlo — übersichtlich und behaglich; weit komfortabler als in den versteckten „Poker“-Zimmern, die ich in den Klubs von Colorado Springs oder späterhin in Salt Lake City in Utah ge sehen habe. . . . Die Stadt Colorado Springs, der klimatische Kurort Amerikas für Tuberkulöse, ist erst im Jahre 1871 begründet worden. Auch hier hat sich aus kleinen Anfängen heraus ein stattliches Gemeinwesen entwickelt. Colorado Springs zählt zur Zeit an 25 000 Einwohner, ein schönes Stadthaus,