156 diese Ewigkeitsgebilde, diese Formen, die gleichsam die sichtbaren Spuren der Schöpferhand tragen, daß uns das erschauernde Gefühl scheuer und bannender Ehrfurcht ergreift und keinen Augenblick verlässt. >$! Im Vergleich mit Erlebtem wandten sich meine Ge danken oft und wie von selbst nach dem fernen Orient, wo ich ein Jahr zuvor bei dem unvergleichlich schönen Schau spiel des Selamlik in Konstantinopel den Muezzin auf die Plattform des Minaretts hinaustreten sah; beim Nahen des Sultans aus Jildis-Kiosk rief er das Volk zum Gebet. Das Osmanenvolk betet und betet — doch es bleibt untätig. Müßig legt es die Hände in den Schoß; den Fremden über läßt es, die Schätze des Bodens zu erschließen und dem Weltverkehr neue Wege zu ebnen. Und hier — in dem „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ — welcher Gegen satz! Gewiß ist man in seiner Art auch gottesfürchtig; man betet und in den Kirchen betet man an Sonn- und Feiertagen — aber beinahe jegliches Streben nach Höherem baut sich auf der Grundlage strenger, selbstbewußter Arbeit auf, auf Arbeit vom Morgen bis zum Abend. Jung und alt, arm und reich arbeitet. Jeder ist emsig wie ein Sklave; aber zugleich erfüllt vom Geiste der Freiheit, erblickt er in der Arbeit keinen Zwang, sondern Lebensbedürfnis. Je größer die Probleme, um so eifriger werden Nerven, Hirn und Muskeln angespannt; und von Aufgabe zu Aufgabe eilen, um sie alle mit Beharr lichkeit und Ernst überwinden zu können, erscheint als der wahre Lebensgenuß. Und im Westen wie im Osten der gleiche Arbeits drang, dieselbe Arbeitsfreude, Arbeitsbemeisterung und Ar beitsbereicherung! Sei es in der Bodenbewirtschaftung