14 jetzt gilt es, nicht Schuldfragen z u erörtern, sondern auf Grund gegebener Tatsachen einer dunklen Zukunft tatenbereit, entgegenzugehen. Da ist es nun klar, daß sich die Unterlagen für die finan zielle Auseinandersetzung bei Übernahme der Eisenbahnen auf das Reich verschoben haben. Auf irgendwie erhebliche Reinerträge kann das Reich in naher Zukunft aus keinem der zu übernehmenden Eisenbahnnetze rechnen. Vielmehr ist die erste Aufgabe, vor der das deutsche Verkehrs wesen steht, eine durchgreifende Sanierung seiner Eisenbahnen. Die Tarifpolitik der deutschen Eisenbahnen ist der überaus raschen Geldentwertung, dem damit verbundenen Sinken des wirklichen Wertes der Einnahmen und dem rasend schnellen Steigen aller Ausgaben nicht gefolgt. Die Folge war ein finanzieller Absturz. Die Betriebsrechnungen schließen mit gewaltigen Fehlbeträgen ab, die in Preußen Milliarden werte erreichen. Hierzu kommen in der Vermögensrechnung außer ordentliche Kriegsverluste der deutschen Eisenbahnen, namentlich die Abgabe der besten Teile des Fuhrparks an die Feinde. Das alles fordert umfassende nachträgliche Kapitalaufwendungen. Diese Kapitalaufwendungen sind natürlich in gleichem Maße, ja voraus sichtlich in höherem Maße notwendig, wenn die Eisenbahnen nicht in das Eigentum des Reiches übergehen würden. Sie erschweren aber die Auseinandersetzung insofern, als der gesunkene Geldwert hier ganz erhebliche Verschiebungen gebracht hat. Bauten und Beschaffungen sind jetzt gegenüber der Vorkriegszeit um ein Vielfaches teurer. Diese Erhöhung der Anlagewerte wird durch die Einnahmen auch nach der zum 1. April angekündigten Tariferhöhung nicht wettgemacht. Der Ertragswert der nach dem Kriege vorgenommenen Bauten und Be schaffungen ist damit erheblich herabgedrückt. Er wird zum Ertrags wert der alten Anlagen usw. in einem ähnlichen Verhältnis stehen, wie der Ertragswert eines jetzt zu bauenden Hauses zum Ertragswerte eines Hauses aus Vorkriegszeiten. Ein Teil dieses neuen Materials, das zur Wiederherstellung der Eisenbahnen erforderlich ist, wird allerdings zu Lasten des Reiches als verlorener Zuschuß gebucht werden können. Das ist zunächst unzweifelhaft bezüglich der Kosten für die Wiederauffüllung des Fuhr parks, soweit er durch die Abgabe von 5000 Maschinen und etwa 170 000 Wagen an die Alliierten eine Einbuße im Geldwerte von Milliarden erfahren hat. Das würde aber auch auszudehnen sein aus die Verluste am Fuhrpark, die im übrigen durch Kriegsereignisse ent standen sind. Alle Aufwendungen für Wiederherstellung des Fuhrparks könnte also das Reich den Eisenbahnen als Kriegsverluft er-