61 der Zuteilung von Fernsprechern und modernen Bureauhilfsmitteln wäre weitherziger als bisher zu verfahren, wo die Fürsorge der Oberrechnungs kammer sich bis auf die Verwendung von Tintenlöschern und Akten schwänzen erstreckt. Es muß überall die Erkenntnis durchdringen, daß Ersparnisse an lebendiger Arbeit die wirtschaft lichsten sind und die Ausgaben für mechanische Hilfs mittel weit aufwiegen. In gleicher Richtung wie die bisherigen Vorschläge könnte letzten Endes eine veränderte Gehalls- und Lohnpolitik wirken. Ein schwerwiegender Übelstand der Staatsbetriebe in der herkömmlichen Form ist es, daß der Beamte an den wirtschaftlichen Ergebnissen seiner Verwaltung nicht im mindesten mit dem eigenen Geldbeutel interessiert ist. Hoch anzuerkennen ist, daß der gesunde Staatsgeist der Überliefe rung eine sehr große Zahl der Beamten so eifrig über das Interesse ihrer Verwaltung wachen läßt, als wäre es ihr eigenes. Aber man verkenne nicht, daß dieser überlieferte Geist schon heute nicht die Kraft hat wie früher. Der zügellose Egoismus der Kriegszeit und Nachkriegs zeit wird weiter zersetzend wirken. Davor die Augen verschließen zu wollen, wäre zwecklos. Vielmehr sollte man auf Gegenmittel sinnen. In der preußischen Bergwerksverwaltung hat man auf Grund der Ergebnisse einer eingehenden parlamentarischen Untersuchung Maßnahmen getroffen, die brauchbare Anhaltspunkte geben können. Man hat den leitenden Beamten der Betriebsverwaltung G e w i'n n - a n t e i l e, anderen Veamtengruppen Prämien gewährt. Ich möchte weiter gehen. Namentlich an den leitenden Stellen kommt es darauf an, Männer von starker Leistung und hochgespanntem Verantwortungsgefühl zu haben. Das ist mit dem heutigen System nicht zu erreichen. Der höhere Beamte wird heute nicht mit Gegenwarts werten, sondern mit Aussichten bezahlt. Tüchtige Lei stungen in jüngeren Jahren werden durch „Qualifikation" entgolten, das heißt durch die Aussicht, im Alter in hohe Stellungen einzurücken. Das Gefühl, durch weiteres Hervortreten und tatkräftiges Handeln etwa Anstoß zu erregen und die einmal errungenen Aussichten zu gefährden, wirkt auch auf tatkräftige Naturen lähmend. Denn wie leicht wird der tatkräftig Handelnde unbequem! In diesen — ich möchte sagen, gesetzmäßigen — Zusammenhängen kann man nur durch grundsätzliche Änderungen des Systems Wandel schaffen. Man muß die leitenden Männer von der Sorge um ihre Zukunft befreien, sie mit Gegenwartswerten bezahlen und ihr Interesse demgemäß auf das von ihnen verwaltete Amt zusammen drängen. Das geschieht meines Erachtens am besten durch zweierlei. Man st eile sie wie die Bürger in ei st er nur auf be-