Viertes Kapitel. Landwirtschaftliches Bildungswesen. 47 Verkehrserleichterungen sind besonders da erwünscht, wo die all gemeinen Verhältnisse auf Marktgärtnerei und ähnliche intensive Pro duktionen hinweisen, die Eisenbahn aber 15—20 und mehr Kilometer entfernt ist. England hat zwar ein zienilich enges Netz von Hauptlinien, aber fast gar keine Kleinbahnen (light railways). Die hohe Landeskultur- Belgiens wurde nur unter dem Schutz eines ausgedehnten Kleinbahnnetzes erreicht. Obwohl der Bau solcher Kleinbahnen für das Privatkapital im allgemeinen wenig Verlockendes hat, bringen die belgischen Kleinbahnen ungefähr 3°/o, und das nach Auffüllung eines Amortisationsfonds, der sie allmählich in den Besitz des Staates überführt. Da aber der Bahnbau vielfach den Landwert verdoppelt und verdreifacht, so könnte der Staat ihn sehr leicht für sich rentabel gestalten. Eine Enquete tut dringend not hinsichtlich: 1. der besten Mittel, um überhaupt den Kleinbahnbau zu fördern; 2. der Frage, ob der Staat, ob Lokalbehörden, ob Private oder Vereinigungen von zwei oder allen drei Faktoren Unternehmer sein sollten; 3. der Finanzierung. Sehr ratsam scheint es uns, daß der Staat und die betreffenden Lokalbehörden zusammen Kleinbahnen bauen und einen Landstreifen von je zirka 3 hui an beiden Seiten der Trace er werben. Auf diesem könnten Kleinfarmen und Heimstätten für Hand werker errichtet werden, die nicht unmittelbar auf die Stadt an gewiesen sind. Die Verbesserung der Lastkraftwagen legt die Frage nahe, ob sie nicht den Bau leichter Bahnen erübrigen. Die Light Railway Commissioners (Staatskommissare für das Kleinbahnwesen) sagen dementgegen in ihrem Bericht für 1912: Wo der Verkehr irgendwie erheblich ist, ist die Abnutzung der Wege durch die schweren Motor- wagen so groß, daß der Bau von Kleinbahnen vorzuziehen ist, und nur wo der Verkehr nicht umfangreich genug ist, um die Schienenstrecke genügend auszunützen, sollten Motorwagenlinien geführt werden. 1909 hat eine Royal Commission sich mit dem Wassertransport beschäftigt. Sie hat seine Vorteile für schwere Massengüter konstatiert; wir wollen sie auch keineswegs in Frage ziehen, aber das bei weitem größere Bedürfnis scheint uns auf der Seite der Kleinbahnen und des Motorwagentransportes zu liegen. Viertes Kapitel. Landwirtschaftliches BildnngSwesen. Diese Frage scheint uns aus zwei Gründen sehr bedeutungsvoll, erstens nämlich weil bessere Fachbildung nötig ist, um überhaupt dem