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        <title>Die englische Agrarenquete von 1913</title>
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            <forname>Lothar</forname>
            <surname>Meyer</surname>
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      <div>Viertes Kapitel. Landwirtschaftliches Bildungswesen. 49 
Meyer, Die englische Agrarenquete von 1913. 
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des College, sei es in anderen kleineren Städten. Diese Schulen sollen 
auch das Hauptquartier von Wanderlehrern bilden. Sie sollen auch 
dazu dienen, die Landschullehrer in den landwirtschaftlichen Fächern zu 
unterweisen. Alles das ist erst in den Anfängen begriffen und bedarf 
eifriger Arbeit aller Beteiligten, um allenthalben zum Wohle der kleinen 
Farmer und 8ma11 Holders zu dienen. 
Neben diesem engeren Fachbildungsproblem einher geht das Problem 
der Elementarschulreform. Hier wogt der Streit darüber, wie weit 
der Unterricht spezifisch ländlich gestaltet werden sollte, ob Handfertig 
keitsunterricht eingeführt werden soll, u. ä. m. Neigt man zu der 
artigen Reformen, so fragt es sich, woher die dazu geeigneten Lehrer- 
nehmen. Die Rural Rducation Conference hat ihrerseits sieben Be 
richte erstattet. Im siebenten wird gesagt, daß der Handfertigkeitsunter 
richt an manchen Orten mit Erfolg betrieben würde, man aber anderwärts 
damit nicht vorwärts käme. Das Schulministerium konstatiert in einem 
von 1911 datierten Memorandum, daß neuerdings die ganze Richtung der 
Landschulen niehr aufs Praktische ginge und dadurch ein lebhafteres In 
teresse an der Schule bei Eltern und Kindern erregt würde, die Kinder 
sich auch aufgeweckter zeigten. 
Wir wollen schließlich noch betonen, daß gerade die Frage der 
ersten Ausbildung eine der wichtigsten des ganzen Agrarproblems ist, 
denn bevor nicht die Kinder des Landarbeiters eine bessere, mehr aufs 
Praktische gerichtete Schulbildung bekommen, haben sie keine guten 
Aussichten, tüchtige Kleinwirte zu werden.</div>
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