54 lungen einen nennenswerten Umfang nicht annehmen wer den und, sofern sie Vorkommen, sich auf die ersten Monate des Krieges beschränken. Auch ist zu beachten, daß die Prä mien zu einem nicht geringen Teile jährlich im Voraus gezahlt werden. Bei allen diesen Versicherungen könnte, wenn der Krieg nach der Prämienzahlung ausbricht, eine Stockung der weiteren Zahlungen nur in Frage kommen, wenn die Krise sich über viele Monate erstreckte. Damit sind die Ansprüche genannt, denen die Liquidi tät der Lebensversicherungsanstalten in Kriegs- und Krisen zeiten gewachsen sein muß. Bei Beantwortung der Frage, ob dies der Fall ist, muß zunächst darauf aufmerksam gemacht wer den, daß in normalen Zeiten die Einnahmen der Lebensver- sichcrungsgesellschaften ihre Ausgaben ganz außerordentlich übersteigen, so daß die Gesellschaften in der Lage sind, Jahr für Jahr dem Kapitalmärkte erhebliche Beträge für Anlage zwecke zur Verfügung zu stellen. Diese Summen erreichten in den letzten Jahren etwa 240 Millionen Mark. Hieraus ergibt sich, daß, selbst wenn in Kriegs- und Krisenzeiten eine starke Vergrößerung der Ansprüche eintritt, die an die Gesellschaften gestellt werden, diese in der Lage sind, den erhöhten Anfor derungen allein mit Hilfe ihrer laufenden Einnahmen zu ent sprechen. Wenn sie indessen genötigt sein sollten, ihre an gelegten Mittel heranziehen zu müssen, etwa weil die Prämien einnahmen eine außerordentliche Verringerung erfuhren oder die Auszahlungen in ganz enormer Weise wuchsen, so besitzen sie in ihren etwa 130 Millionen Mark erstklassiger Wertpapiere und zirka 40 Millionen Mark Bankguthaben weitere liquide Mittel in beträchtlichem Umfange. Außerdem ist bei den Lebens versicherungs-Aktiengesellschaften das Aktienkapital durchweg nur zu einem geringen Teile (etwa 20 bis 30°/o) bar eingezahlt. Der Rest kann jederzeit im Bedarfsfälle eingezogen werden. Damit stehen den 25 großen Lebensversicherungs-Aktiengesell schaften andere flüssige Mittel in Höhe von rund 125 Millionen Mark zur Verfügung. Überdies ist zu beachten, daß die Hypo theken keineswegs so illiquide sinc(, wie man vielfach zu glauben scheint. Erstklassige Hypothekenbriefe lassen sich zur Befriedi-