55 gung vorübergehender Geldbedürfnisse jederzeit leicht lombar dieren. Außerdem können die Anstalten einen großen Teil ihrer Hypotheken, mindestens x / 10 des Bestandes, mit sechsmonatiger Frist kündigen, da die Hypotheken regelmäßig nur auf zehn Jahre unkündbar ausgeliehen werden und sich mangels neuer vertraglicher Regelung nur um ein Jahr prolongieren. Faßt man die eben gemachten Ausführungen zusammen, so kann man sagen, daß bei kurzen Krisen die sofort greifbaren Mittel der Lebensversicherungs-Gesellschaften menschlichem Ermessen; nach allen nur denkbaren Ansprüchen genügen, daß bei einem längeren Andauern der Krise sich den Gesellschaften in ihren Hypothekenanlagen aber neue Einnahmequellen öffnen, so daß auch dann die Deckung außerordentlich großen Kapitalbedarfs sichergestellt ist. Kann bei den Lebensversicherungsgesellschaften von einem Mangel an Liquidität keine Rede sein, so ist hiervon ebensowenig bei den Versicherungsgesellschaften anderer Zweige zu sprechen, wie die nachstehende Statistik für das Jahr 1910 1 ) zeigt. Zahl und Vers.-Zweig der Gesellschaften Kapital anlagen insgesamt Wertpapiere Bankguthab. u.Guth.b.and. Vers-Untern. Kassen bestand 9 Unfall- und Haft- pflicht'Vers.-Ges. 55 Feuer-Vers.-Ges. 10 Glas-Vers.'Ges. 17 Hagel-Vers.-Ges. 29 Vieh-Vers.-Ges. 25 Rück-Vers.'Ges. 177 168 754 378 253 871 10 400 519 15 463 326 3 768 845 177 296 800 35327 572 125 913 657 1 237 923 10 746 649 2 874551 126 366098 17 963 017 46 763 534 1 315 899 2 892 940 501 264 100 013 728 383 873 1 548 783 208 978 196 656 148 895 422865 Entsprechend den größeren Ansprüchen, die in diesen Ver sicherungszweigen an die Liquidität der Kapitalanlagen gestellt werden müssen, bestehen erhebliche Teile derselben aus erst klassigen Wertpapieren, durch deren Verkauf jederzeit sofort Deckungsmittel beschafft werden können. Die Wertpapiere machen bei den ') Versicherungsstatistik für 1910 (Berlin, 1912, Guttentag).