59 starken Erschütterungen sicher. Eine über allen Zweifel und unter allen Umständen sichere Vermögensanlage gibt es aber überhaupt nicht. Jedes Kreditieren, auch das unter den für den Geldgeber günstigsten Umständen vorgenommene, schließt ein Risiko in sich ein. Sicher ist aber, daß, wenn der Hypo thekenmarkt schweren Erschütterungen ausgesetzt ist, man es mit Zeiten allgemeiner wirtschaftlicher Depression zu tun hat. Dann, also insbesondere in Perioden kriegerischer Verwick lungen werden aber Staatspapiere zweifellos noch viel weniger sichere Vermögensanlagen und viel stärkeren Erschütterungen, ja, Katastrophen ausgesetzt sein, als Hypotheken. Hierzu kommt, daß beim Kauf von Staatspapieren die Erwerber mit , dem vollen Kaufbetrage an das Risiko gebunden sind. Bei : hypothekarischen Beleihungen ist den Gesellschaften aber durch das Aufsichtsgesetz die Innehaltung einer Beleihungshöchst grenze von 60°/o des taxierten Wertes, die also weit hinter dem tatsächlichen Wert des Beleihungsobjektes zurückbleibt, strengstens vorgeschrieben. Es besteht daher, wenn die Taxe nur einigermaßen zutreffend war, selbst bei erheblichen Er- ! Schütterungen des Hypothekenmarktes für die Versicherungs gesellschaften eine nennenswerte Gefahr, aus ihren hypothekari- j Sehen Beleihungen Kapitaleinbußen zu erleiden, nicht. Wenn diese Betrachtungen lehren, daß die Liquidität der Versicherungsgesellschaften nicht nur im Frieden, sondern auch in Kriegszeiten durchaus genügt, so wird man, je länger man sich mit dieser Frage beschäftigt, immer stärker bezweifeln müs sen, ob die Liquidität besser wird, wenn größere Teile des Ver mögens insbesondere der Lebensversicherungsgesellschaften in Staatspapieren angelegt sind. Man vergißt hier nur zu oft, f daß die Lebensversicherungsgesellschaften, wie übrigens auch / die Sparkassen, nicht endgültige Besitzer ihres Vermögens, son dern nur Vermögensverwaltungsstellen sind. Sie müssen die Beträge, die ihnen von allen Seiten zufließen, zu gewissen Zeiten und unter bestimmten Voraussetzungen zurückzahlen. ! Wenn nun die Gesellschaften verpflichtet sind, einen bestimm ten Teil ihrer Anlagen in Staatspapieren zu halten, so werden sie sich die Mittel für ihre Auszahlungen dadurch schaffen j