Staaten während der letzten Jahrzehnte von industriellen Ge sellschaften, insbesondere Eisenbahnunternehmungen, aufge- nommene Obligationsanleihen mit günstigeren Zinsbedingun gen massenhaft auf den Markt gelangten. Daß endlich in Öster reich die hypothekarische Anlage nicht in dem Maße gepflegt wird, wie in Deutschland, hat seinen Grund darin, daß die wirtschaftliche Entwicklung in Österreich nicht das schnelle Tempo wie z. B. in Deutschland und Amerika eingeschlagen hat. Insbesondere die moderne Großstadtentwicklung war in Österreich nicht so energisch, und damit die Grund- und Boden wertsteigerung und der Häuserbau nicht so umfangreich, wie in jenen Staaten. Daraus ergibt sich, daß auch eine Nachfrage nach Hypothekengeldern nur in geringerem Maße eintreten konnte. Soweit diese vorhanden war, wurde sie aber in erster Linie durch die vielen Spar- und Waisenkassen und Genossen schaften befriedigt. Hierzu kommt, daß als Beleihungsgrenze 50 o/o des Taxwertes festgesetzt ist, eine Vermögensüber tragungsgebühr mit eventuellen Gemeindezuschlägen erhöben wird und endlich die Verzinsung der Wertpapiere hinter der erster Hypotheken dort kaum erheblich zurückbleibt. Aus den Auslassungen einiger finanzwissenschaftlicher Autoren, die das Kapitalanlageproblem behandeln, gewinnt man fast den Eindruck, als ob die privaten Versicherungsgesell schaften von einer grundsätzlichen Abneigung gegen den Kauf von Staatspapieren erfüllt wären und in einer gewissen Undank barkeit gegen den Staat nichts von dessen Geldansprüchen wissen wollten. Die nachstehende Statistik zeigt, daß hiervon nicht die Rede sein kann, daß im Gegenteil, wo immer die Eigenart der Versicherungsbranche und die billige Rücksicht nahme auf das Wohl der Versicherten es nur zuließ, die priva ten Versicherungsgesellschaften auch dazu übergegangen sind, Teile ihres Vermögens in Staatspapieren anzulegen. Bei den Glas-Versicherungsanstalten waren 6 2 / 3 o/o der Kapitalanlagen in diesen Werten investiert, bei den Unfall-Versicherungsan stalten 11 o/o, bei den Feuerversicherungsunternehmungen 19% und bei den Hagel- und Vieh-Versicherungsgesellschaften so gar 37 bezw. 38 o/o.