74 llttfe Kapitalanlagen und Staatspapierbesitz der privaten, deutschen Versicherungsgesellschaften Ende 19!0. Art und Zahl der Gesellschaften Betrag der Kapitalanlagen davon Staatspapiere 60 Lebensversich. - Ges. . 4 797 446 017.— 67 816701.- 1 Vs % 9 Unfall- und Haftpflicht- Versicherungs-Ges. . . 177186 754.- 20328000.- 11% 55 Feuer-Versich.-Ges.. . 378 253871.- 73 017 389.- 19% 17 Hagel-Versich.-Ges. 15463 326. - 5 740379.— 37% 29 Vieh-Versich.-Ges. . . 3 768 845.- 1 454100.- 38% 9 Glas-Versich.-Ges. . . 10 400519.— 675500 - 6%% Wenn bei den Lebensversicherungsgesellschaften der Staatspapierbesitz am geringsten ist, so hat dies eben seinen Grund in dem Charakter dieses Versicherungszweiges, der sich von den übrigen Sachversicherungszweigen in einer Reihe von Punkten bedeutsam unterscheidet. In der Lebensversicherung kann mit einer viel größeren Sicherheit der voraussichtliche Jahresbedarf abgeschätzt werden, als dies in der Feuerversiche rung und den übrigen Sachversicherungszweigen der Fall ist. Hieraus ergibt sich notwendigerweise, daß die Liquidität der Vermögensanlage der Lebensversicherungsgesellschaften gerin ger sein kann, lals idie der übrigen Versicherungsuntemehmungen. Erklärt sich schon hieraus die Tatsache, daß gerade die Le bensversicherungsgesellschaften verhältnismäßig am wenigsten Staatspapiere erworben haben, so erscheint dies bei Berück sichtigung einer weiteren Eigentümlichkeit als selbstverständ lich. In der Lebensversicherung bedarf es bei der Gewinnung von Versicherten ganz außerordentlicher Anstrengungen und einer langen und energischen Bearbeitung des Publikums. Zum Abschluß einer Lebensversicherung entschließen sich nur sehr wenige Menschen von selbst. Sie müssen für den Ver sicherungsgedanken erst durch monatelange Arbeit gewonnen werden. Wenn sie einen Lebensversicherungsvertrag eingehen, geschieht dies auf Grund einer genauen Kalkulation der Kosten, die ihnen hierdurch auferlegt werden. Nur wenn dem Ver sicherungskandidaten die Lebensversicherung zu den denkbar