nicht  ihrer  Bedeutung  entsprechend  vertreten  sei.  Warum  ist
das  aber  so  ?
Wir  sind  selbst  daran  schuld,  uns  fehlen  die  Mitarbeiter
für  öffentliche  Interessen.  Mit  dem  Klagen  allein  ist  es  nicht
getan,  wir  müssen,  um  etwas  zu  erreichen,  tätig  und  energisch
unsere  Arbeitskraft  zur  Verfügung  stellen.  Ich  hoffe,  dass  diese
Erkenntnis  sich  immer  mehr  Bahn  bricht  und  auch  der  Verband
Sächsischer  Industrieller  hat  dabei  mitgewirkt,  dass  wir  uns
unserer  Bedeutung  im  Öffentlichen  Leben  mehr  bewusst  werden
und  dieses  Bewusstsein  durch  ,  zähe  und  energische  Arbeit  zum
Ausdruck  bringen.
Es  gibt  genug  unter  uns,  die  für  alle  möglichen  Dinge
noch  Zeit  finden,  denen  es  aber  unbequem  ist,  sich  in  die
öffentliche  Arena  zu  begeben.  (Sehr  richtig.)
Ich  hoffe  und  wünsche,  dass  unser  Verband  auch  in  dieser
Beziehung  eine  erfolgreiche  Tätigkeit  entfalten  wird.  Wollen
wir  uns  ein  Beispiel  nehmen  an  der  Sozialdemokratie  auf  der
linken  Seite  und  an  den  Agrariern  auf  der  rechten  Seite.
Dem  hohen  Druck,  der  von  beiden  Seiten  auf  uns  ausgeübt ­
  wird,  ist  es  zu  danken,  dass  auch  in  unsere  Reihen  mehr
Bewegung  kommt,  dass  sich  Organisationen  gründen,  die  dem
Uebermass  der  Forderungen  jener  entgegentreten  und  die  Interessen ­
  der  Industrie  mehr  betonen  als  bisher.
Wir  fühlen  ja  in  Sachsen  die  Zähigkeit  des  Agrariertums
nicht  so,  wie  z.  B.  in  Ostpreussen;  unsere  Konservativen,  zu
denen  sich  die  Landwirtschaft  in  der  Hauptsache  zählt,  sie
treten  mit  ihren  Forderungen  m  assvoller  auf.  Das  kommt  wohl
daher,  dass  unsere  Landwirte  in  engster  Berührung  mit  dem
übrigen  Erwerbsleben  stehen,  und  zwar  nicht  nur  in  sozialer,
sondern  auch  in  wirtschaftlicher  Beziehung.  Dadurch  bricht
sich  in  diesen  Kreisen  die  Erkenntnis  immer  mehr  Bahn,  dass
die  verschiedenen  Erwerbsstände  auf  einander  angewiesen  sind.
Ein  Umstand  müsste  uns  aber  in  der  Industrie  fester  zusammenschliessen,
  uns  zu  einer  energischen  und  widerstandskräftigen ­
  Arbeit  für  unsere  Zwecke  und  Ziele  anregen,  und  das
ist  der  Umstand,  dass  die  Sozialdemokratie  die  Industriearbeiter
immer  mehr  und  mehr  politisch  und  wirtschaftlich  organisiert
und  das  Bewusstsein  des  Klasseninteresses  in  diesen  Kreisen
verstärkt  und  vergrössert.
Dadurch  entsteht  für  den  sozialen  und  wirtschaftlichen
Frieden  eine  immer  grössere  Gefahr,  eine  Gefahr,  die  die  Eintracht ­
  unserer  gemeinschaftlichen  Interessen  in  erheblichem
Masse  stört.
Das  zwingt  uns  auch  unsererseits,  uns  besser  wie  bisher
zu  organisieren,  um  dieser  Gefahr  gegenüber  ein  Gegengewicht
zu  rechter  Zeit  bieten  zu  können.  Ohne  eine  recht ­