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zeitige  Organisation,  ohne  einen  festen  Zusammenschluss ­
  der  übrigen  Erwerbsklassen
werden  wir  in  Deutschland  die  Gefahr  der
Sozialdemokratie  niemals  überwinden  und  besiegen ­
  können.  (Sehr  richtig.)
Diese  Ueberzeugung  in  den  Kreisen  der  sächsischen  Industrie ­
  zu  fördern  und  zu  befestigen,  das  muss  eine  der  vornehmsten ­
  Aufgaben  des  Bundes  der  Industriellen  sein.
Meine  hochverehrten  Herren!  Ich  komme  nun  auf  das
Thema  zu  sprechen,  welches  mir  vom  Vorstand  unseres  \  ereins
zur  Behandlung  übertragen  wurde,  nämlich  auf  die  krage  der
Wahlrechtsreform  in  Sachsen.  Wir  behandeln  das  Thema  in
unserer  Vereinigung,  weil  nach  unserer  Ueberzeugung  die  Vertretung ­
  der  Industrie  in  den  beiden  sächsischen  Kammern  nicht
so  ist,  wie  es  die  Bedeutung  der  Industrie  erfordert.
Ich  habe  mir  zunächst  nun  klar  gemacht,  wodurch  die
Wahlrechtsfrage  aktuell  und  brennend  geworden  ist.  Das  geschah ­
  durch  Vorgänge  bei  der  gesetzgeberischen  Tätigkeit
Sachsens,  welche  in  einer  recht  erkenntlichen  Weise  auf  uns
eingewirkt  haben.
Eine  solche  Einwirkung  gehört  leider  bei  den  Angehörigen
der  Industrie  dazu,  um  dieselben  für  ihre  Interessen  mobil  zu
machen.
Der  Kaufmann  und  Industrielle  ist  durch  seine  Erziehung
und  Erfahrung  sehr  leicht  geneigt,  Geschäfte  abzuschliessen,
bei  denen  selbst  ein  ganz  kleiner  und  bescheidener  Gewinn
noch  übrig  bleibt.
Die  Geschäfte,  die  wir  aber  bei  einem  Teile  der  Gesetzgebung ­
  gemacht  haben,  lassen  überhaupt  keinen  Gewinn  mehr
für  uns  übrig.
Beweis  dafür  ist  die  Steuergesetzgebung  Sachsens,  die  mit
eindringlichen  Worten  uns  an  die  Wahrung  unsrer  Interessen
mahnt.  Ich  erinnere  nur  an  die  Ergänzungssteuer,  welche  vom
i.  Januar  1904  ab  in  Kraft  tritt  und  Handel  und  Gewerbe  einseitig ­
  aufs  neue  belastet.
Meine  Herren,  ich  brauche  mich  über  diese  Vorgänge  ja
nicht  eingehend  auszusprechen,  sie  sind  uns  genügend  bekannt.
Bei  den  Etatberatungen  in  der  Zweiten  Kammer  des
sächsischen  Landtages  ist  selbstverständlich  auch  von  der  Ergänzungssteuer ­
  gesprochen  worden.  Man  hat  den  Konservativen
den  Vorwurf  gemacht,  dass  bei  der  Ausgleichsverhandlung  mit
der  Ersten  Kammer,  die  verfassungsmässig  vorgeschrieben  ist,
wenn  eine  Uebereinstimmung  bei  der  Verabschiedung  von  Gesntzen
  nicht  vorhanden  war,  dass  sie  bei  dieser  Ausgleichsverlandlung
  schliesslich  für  die  Ergänzungssteuer  in  der  jetzigen
'  °rm  gestimmt  haben.