Ich  will  zugeben,  dass  mehr  Arbeitsgelegenheit  für  Teile
der  Industrie  in  der  letzten  Zeit  entstanden  ist,  aber  dabei  ist
nicht  ausser  acht  zu  lassen,  dass  sich  auch  die  Arbeitsgelegenheit ­
  bei  den  einzelnen  Industriezweigen  gerade  in  letzter  Zeit
abwechselnd  verschoben  hat.  Es  giebt  Industriezweige,'  die  jetzt
besser  beschäftigt  sind  als  im  Vorjahre,  es  gibt  aber  auch
solche,  deren  Beschäftigung  wesentlich  schlechter  als  bisher  geworden ­
  ist.
Ich  möchte  deshalb  warnen,  aus  diesen  Vorgängen  heraus
einen  sicheren  Schluss  auf  die  Besserung  der  Lage  der  Industrie
ziehen  zu  wollen.
Das  Charakteristische  an  der  jetzigen  Situation  ist  aber,
dass  selbst  bei  besserer  Beschäftigung  sich  der  Verdienst  auf
der  minimalsten  Grenze  in  der  grossen  Hauptsache  hält  und
ich  glaube,  das  wird  leider  noch  recht  lange  so  bleiben.  Ehe
die  Nachteile  der  letzten  Periode  überwunden  sind,  wird  der
Handel  und  die  Industrie  mit  ausserordentlich  geringem  Nutzen
arbeiten  müssen.  (Sehr  richtig).
Ich  kann  auch  den  Satz  der  Thronrede  nicht  für  völlig  zutreffend ­
  halten,  dass  die  Landwirtschaft  noch  immer  darniederliege. ­

Die  Aufwärtsbewegung,  die  sich  etwa  in  der  Industrie  gezeigt ­
  hat,  hat  die  Landwirtschaft  auch  mitgemacht.  Hier  herrscht
unbedingt  ein  gewisser  notwendiger  Zusammenhang  zwischen
beiden  Zweigen  der  Volkswirtschaft.
Nun  wird  weiter  in  der  Thronrede  gesagt,  dass  es  das
ernsthafte  Bestreben  der  Regierung  sei,  das  Gedeihen  auch
dieses  hochwichtigen  Zweiges  der  vaterländischen  Volkswirtschaft ­
  (also  der  Landwirtschaft)  zu  fördern.
Gut,  damit  kann  man  einverstanden  sein,  wenn  diese  Förderung ­
  nicht  immer  wieder  auf  Kosten  der  Allgemeinheit  geschieht. ­
  (Sehr  richtig).  Ich  darf  dem  hinzufügen,  dass  die  staatliche ­
  Fürsorge  für  die  Landwirtschaft  auf  Kosten  der  Allgemeinheit ­
  bisher  eine  aussergewöhnlich  grosse  gewesen  ist.
In  der  Thronrede  gibt  man  eine  gleiche  Versicherung ­
  seitens  der  Regierung  für  die  Industrie
nicht  ab.  Jedenfalls  hat  man  in  diesen  Kreisen  die  Anschauung, ­
  dass  wir  uns  aus  eigener  Kraft  helfen  werden,  und  nur
diejenige  Staatshilfe  in  Anspruch  nehmen  wollen,  die  der  Allgemeinheit ­
  keinen  Schaden  zufügt.  (Bravo).
Wenn  das  die  Auffassung  der  Regierung  ist,  so  hat  sie
recht,  und  es  ist  sicher  ein  ehrenvolles  Zeugnis  für  die  Industrie.
Klagen  aus  landwirtschaftlichen  Kreisen  waren  in  guten
und  schlechten  Jahren  vorhanden;  dass  sie  in  schlechten  Jahren
noch  stärker  auftreten  wie  in  guten,  ist  ja  ganz  natürlich.  In
diesen  Kreisen  ist  aber  über  die  Gebühr  geklagt  worden.