27  —

sondern
uns  enger  an  den  betreffenden  Punkt  der  Tagesordnung
bmden,  j n  diesem  Falle  also  an  Punkt  2.  Herr  Dr.  Stresemann
hat  das  Wort.

Herr  Dr.  S  t  r  e  s  e  m  a  n  n:  Herr  Langhammer  hat  in  seinem
Referate  bereits  darauf  hingewiesen,  dass  es  ausserordentlichen
Schwierigkeiten  begegnen  würde,  diejenigen  Wünsche  durchzusetzen, ­
  die  unser  Verband  sozusagen  schon  bei  seiner  Begründung ­
  als  seine  Hauptaufgabe  mit  auf  das  Panier  geschrieben
und  nun  in  den  1  : h  Jahren  seines  Bestehens  in  der  breiten
Oeffentlichkeit  verfolgt  hat.
Meine  Herren!  Ich  möchte  in  dieser  Beziehung  noch  auf
einen  Einwand  zukommen,  der  seiner  Zeit  gegen  uns  erhoben
worden  ist,  als  wir  zuerst  unsere  Forderung  auf  Vertretung  der
Industrie  in  der  Ersten  Ständekammer  in  der  Oeffentlichkeit
erhoben.  Es  geschah  dies  im  Februar  dieses  Jahres  auf  unserer
Leipziger  Versammlung,  wo  unser  verehrter  Herr  Vorsitzender,
Herr  Fabrikbesitzer  Hoffmann,  in  seiner  Begrüssungsrede  auch
für  den  Gedanken  eintrat,  den  heute  Herr  Langhammer  uns
entwickelt  hat,  dass  nämlich  die  sächsische  Industrie  die  Pflicht
hätte,  sich  zusammenzuschliessen,  um  den  Zustand  zu  beseitigen,
|  dass  die  Industrie  in  einer  sächsischen  Kammer  ohne  deren
Zutun  kein  wichtiges  Gesetz,  dass  das  sächsische  Erwerbsleben
i  betrifft,  zu  stände  kommen  kann,  überhaupt  nicht  vertreten  ist.
Damals  ist  dieser  Standpunkt  unseres  Verbandes  scharf
angegriffen  worden  und  zwar  von  einem  Berliner  Blatte,  das
gerade  sehr  oft  über  sächsische  Verhältnisse  schreibt  und  dessen
Leiter  früher  einen  sächsischen  Reichstagswahlkreis  vertrat,
von  der  „Deutschen  Tageszeitung“.
Es  hiess  in  dieser  Notiz,  der  Verband  Sächsischer  Industrieller ­
  habe  in  das  „beliebt  gewordene  Klagelied  über  die
ungenügende  Vertretung  in  der  Ersten  Kammer 1  eingestimmt,
und  sein  Vorsitzender  habe  sich  dabei  der  Verbreitung  unwahrer
Behauptungen  schuldig  gemacht.  Dies  sucht  das  Blatt  dadurch
zu  beweisen,  dass  es  sagt,  es  sei  davon  gesprochen  worden,
die  Industrie  wäre  in  der  -Ersten  Kammer  nicht  vertreten,  das
wäre  unrichtig.  Sie  sei  im  Gegenteil  vertreten  einmal  durch
zwei  Industrielle,  die  vom  König  aus  freier  Wahl  in  die  Kammer
berufen  wären,  zum  anderen  durch  die  acht  Bürgermeister,  und
es  z  eugte  von  der  weiten  Voraussicht  der  sächsischen  Regierung, ­
  dass  sie  die  Vertretung  von  Handel  und  Industrie  in
die  Hände  der  Bürgermeister  gelegt  hätte.  Die  Vertreter  der
Industrie  wären  unter  einander  so  uneinig  in  den  wichtigsten
Fragen,  dass  sie  nur  zu  Zwiespalten  unter  sich  selbst  kämen,
wenn  sie  Vertreter  aus  ihrer  Mitte  wählen  sollten,  dagegen
hätten  die  Bürgermeister  einen  derartigen  Einblick  in  das  öffent-