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liehe  Leben,  dass  sie  viel  besser  die  allgemeinen  Interessen
vertreten  könnten.  (Lebhafte  Heiterkeit.)
Nun,  meine  Herren,  glaube  ich,  die  Frage,  ob  sich  bei
her  Wahl  von  Industriellen,  die  aus  ihren  Kreisen  für  die  Erste
Kammer  gewählt  werden  sollen,  Schwierigkeiten  für  die  Industriellen ­
  ergeben,  ist  eine  Frage,  die  man  den  Industriellen
ruhig  selbst  überlassen  könnte;  und  wenn  andererseits  darauf
hingewiesen  wird,  dass  gerade  durch  die  Vertreter  der  In-  1
dustrie,  welche  von  ihren  Berufsgenossen  gewählt  werden,
Interessenvertreter  in  die  Kammer  kämen,  so  kann  man  doch
in  aller  Mässigung  darauf  hinweisen,  dass  diejenigen  Herren,
welche  die  Landwirtschaft  in  die  Erste  Kammer  entsendet  und
die  von  ihren  landwirtschaftlichen  Berufsgenossen  gewählt
werden,  doch  jedenfalls  in  demselben  Maasse  Interessenvertreter ­
  waren.
Es  bleibt  leider  richtig,,  dass  die  Industriellen  nicht  diejenige ­
  Einheitlichkeit  in  der  Auffassung  aller  wichtigen  Fragen
haben,  wie  die  Landwirtschaft,  die  uns  heute  als  ein  geschlossenes ­
  Ganze  gegenüb  ersteht,  ebenso  wie  die  Arbeiterschaft,
die  durch  ihre  einheitliche  Zusammensetzung  geradeso  ausserordentlichen ­
  Einfluss  hat  gegenüber  der  in  so  viele  Verbände,
Fachvereine  und  lokale  Organisationen  zersplitterten  Industrie.
Aber,  meine  Herren,  wenn  Sie  berechnen,  dass  in  Sachsen
in  reinen  Fabrikbetrieben  gegen  45obis  500000  Arbeiter  beschäftigt
werden,  und  dass  unser  Verband  nach  zweijährigem  Bestehen
bereits  600  Fabrikbetriebe  mit  gegen  100000  beschäftigten
Arbeitern  vertritt,  dass  andererseits  aber  auch  die  ausserhalb
des  Verbandes  stehenden  Fabrikanten  noch  niemals  sich  dahin
ausgesprochen  haben,  dass  sie  etwa  Gegner  unserer  Bestrebungen ­
  seien,  so  ist  schon  bewiesen,  dass  die  sächsische  Industrie
sich  in  dieser  Frage  vollständig  einig  ist.
Und  es  bleibt  doch  weiterhin  ein  starkes  Stück,  unserem
Verbände  die  Verbreitung  unwahrer  Behauptungen  vorzuwerfen.
Wir  haben  davon  gesprochen,  dass  die  Industrie  in  der
1.  Kammer  gesetzmässig  nicht  vertreten  ist,  und  es  ist  i
keine  gesetzmässige  Vertretung,  wenn  von  den  5  Vertretern,  die
Sr.  Majestät  der  König  aus  freier  Wahl  beruft,  zufällig  2  Herren
Industrielle  sind.  Es  steht  nirgends  in  der  Verfassung,  dass
2  von  diesen  5  Herren  Industrielle  sein  müssen,  es  steht  vollständig ­
  Sr.  Majestät  frei,  diese  5  Herren  auch  alle  aus  der
iLandwirtschaft  zu  wählen,  und  ein  Recht  auf  gesetzmässige
Vertretung  in  der  Ersten  Ständekammer  hat  tatsächlich  die
sächsische  Industrie  zurzeit  nicht!
Dass  wir  gleichsam  vertreten  waren  durch  die  Bürgermeister, ­
  braucht  wohl  nicht  weiter  widerlegt  zu  werden.  Erstens
ist  diese  Zahl  von  8  Bürgermeistern  gegenüber  27  landwirtschaft-