8 garne, Zigaretten, Zündhölzer, Porzellan- und Töpferwaren, Papier, Sake, Bier, Seegras, rc.). Daß beide Länder, Korea sowohl, wie die Mandschurei als Absatzgebiete und als Bezugsquellen für Japan in Zukunft noch erheblich wichtiger werden, kaun man leicht daraus er sehen, daß die natürlichen Produktivkräfte beider Länder sehr große sind und nur der Anregung bedürfen, um ans ihrem wirtschaftlichen Schlummer geweckt zu werden. Es fehlt zwar an einer genauen Statistik über beide Länder, aber nach der Meinung Sachverständiger gibt es dort noch viele unbebaute Kulturflächen, auf denen ein reger Ackerbau sich entwickeln könnte, und auch die heute bereits durch Ackerbau in Be nutzung genommenen Landflächen lassen sich durch Anwendung moderner Kulturen und intensiverer Bewirtschaftung unzweifelhaft zu höheren Ernteergebnissen bringen. Zu all diesem tritt noch als wichtiges Moment hinzu, daß sowohl Korea wie die Mandschurei räumlich von Japan nicht sehr weit entfernt liegen. Die zweite Bedingung, welche ein Kolonisations- oder Aus- wanderungsgebiet erfüllen muß, ist die, daß es eine Bevölkerung be sitzt, welche eine niedriaere Kulturstufe innehat und tveniger Entwicklungs- I euergie verrät, als dies beim Mutterlande der Fall ist. Auch in dieser Hinsicht eignen sich Korea und die Mandschurei am besten für die japanische Expansionspolitik, da die dortige Bevölkerung nicht nur diese beiden Bedingungen vollständig erfüllt, sondern zudem auch für die japanische Kultur leicht empfänglich ist und jedenfalls einem allgemeinen und tiefergehenden Eindringen derselben keinerlei Hindernisse entgegeu- ' stellen wird. Japan hat es daher auch in religiöser Beziehung leicht, sich hier ein Machtgebict zu begründen. Tritt dagegen ein aus wanderndes Volk in ein Siedelungsgebiet ein, dessen Bevölkerung eine höhere Kultur als die eigene besitzt, so wird das einwandernde Volk niemals Sieger in wirtschaftlichem Sinne werden, sondern stets der Arbeiter des Eingesessenen bleiben, auch wenn er Kapitalist oder Unter nehmer sein sollte; eigentlichen, großen, staatlichen Machtbesitz wird er in diesem Lande, das ihm etvig innerlich fremd bleibt, nie erringen. Die dritte Bedingung eines Auswanderungsgebietes ist meines Erachtens die, daß es ein möglichst ähnliches Klima, die Bevölkerung dieselben oder doch wenigstens ähnliche Gewohnheiten in bezug auf Sitten, Religion, Sprache und dergleichen besitzen muß. Es erscheint mir hier überflüssig, die bedeutenden Schwierigkeiten hervorzuheben, welche Europäern bei der Kolonisierung wildfremder Länder entgegen treten, aber um so mehr muß in diesem besonderen Falle daraufhin gewiesen werden, daß unsere japanische Lebensweise nicht in einem so großen Gegensatze zu derjenigen der Bewohner Koreas und der Mand schurei steht, als dies in dem angezogenen Beispiele bei den Europäern