13 Zwar fehlt es in Japan noch an einer genauen Statistik darüber, wieviel der Bevölkerung sich der Landwirtschaft widmen; immerhin aber kann man aus den Schätzungen von Sachver ständigen entnehmen, daß im Jahre 1901 die landwirtschaftliche Be völkerung Japans etwa 28 Millionen Menschen mit 4,8 Millionen Familien ausmachte. Zur Ausübung der japanischen landwirtschaft liche!: Tätigkeit ist weder ein hohes Maß körperlicher Kraftaustrengnng noch besondere persönliche Geschicklichkeit erforderlich; es können daher auch ältere Leute, sowie Frauen und Kinder sehr wohl innerhalb der selben Beschäftigung finden. So gehört besonders die Serikultur zum Gebiete der weiblichen Arbeitstätigkeit. Wenn deshalb auch die japanische Landwirtschaft ihre jugendlichen männlichen Arbeitskräfte als Soldaten in den Feldzug schickt, so wird dies gleichwohl für die land wirtschaftlichen Ernteerträgnisse ohne jeden Einfluß bleiben, da hier ge nügend leistungsfähige und eingearbeitete Kräfte zurückbleiben. Anders liegen allerdings die Verhältnisse in dieser Beziehung ans dem Gebiete des Handels und der industriellen Tätigkeit. Immerhin bildet aber doch die Erwägung, daß die Landwirtschaft durch die Entziehung ihrer besten Arbeitskräfte trotzdem keinerlei Einbuße oder gar Rückgang er leiden würde, einen weiteren Grund für Japan, dem Kriege, sofern er sich als unvermeidlich erwies, nicht aus dem Wege zu gehen. Ans die freie Entwicklung der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte hat auch jedenfalls die Selbständigkeit der japanischen Bauern vorteilhaft ein zuwirken vermocht. In diesem Sinne ist das günstige Verhältnis der selbständigen Bauern zu den Lehnbauern gewiß nicht ohne Bedeutung und daher dürfte wohl die ziffernmäßige Registrierung dieses Verhält nisses für das Jahr 1900 hier nicht ohne Interesse sein. Nach der amtlichen japanischen Statistik betrug im Jahre 1900: die Zahl der selbständigen Bauern 5,4 Millionen und deren Ackerfläche 1,3 Millionen Cho, die Zahl der Lehnbanern 4,5 Millionen und deren Ackerfläche 1,2 Millionen Cho. Auch die industrielle Tätigkeit des japanischen Volkes bietet der japanischen Regierung keinerlei Veranlassung, einem drohenden Kriege ängstlich ans dem Wege zu gehen; denn diese Industrie hat vorwiegend Hansindustriellen Kleincharakter, wird als solche meist im Nebengeschäft betrieben und erfordert keinen großen Kapitalaufwand. Sie kann da her bei Einziehung der männlichen Personen zum Kriegsdienste leicht vernachlässigt werden, ohne Schaden zu leiden, oder von anderen Familienmitgliedern, wenigstens teilweise, weiter geführt werden. Natürlich sind hiervon die im Lande vorhandenen großen Maschinen-