14 . sabrikindustrien ausgeschlossen, doch sind auch diese Anlagen fast nie so großartig ausgebaut, wie es in Europa der Fall ist. Nach der letzten Statistik vom Jahre 1902 gibt es in Japan 7500 Fabrikanlagen und Werkstätten, von denen 4800 mit Kraft maschinen arbeiten und zwar 2400 Anlagen mit Dampf-, Petroleum-, Gas-, oder elektromotorischer Kraft. Nur diese 2400 Anlagen können in wirtschaftlichem Sinne als industrielle Großbetriebe aufgefaßt werden. Jede andere industrielle Tätigkeit ist ihrem Charakter nach nur Haus industrie oder reines Handwerk. Nachdem ich in Vorstehendem nunmehr die Eigenschaften der japanischen Volkswirtschaft in großen Zügen skizziert habe, liegt es mir jetzt ob, ein Bild der dieser Volkswirtschaft zur Verfügung stehenden nationalen Kräfte zu entwickeln. Die früheren wirtschaftlichen Zustände Japans dürften wohl schwerlich dem europäischen Beobachter und Kenner zu besonderer Hoch achtung vor unserem Lande Veranlassung gegeben haben, sie waren eben zu zersplittert und infolgedessen zu sehr verkleinert, um wirksam vor das Auge des Fremden treten zu können. Dieser Zustand ist den japanischen Staatsmännern nun keineswegs verschlossen und unbekannt geblieben, sondern man hat vielmehr in richtiger Erkenntnis seiner Unzeitgemäßheit schon seit Jahrzehnten daraufhingewirkt, an der Hand von reichlich gesammelter, eigener Erfahrung nach dem Vorbilde moderner Staaten eine Neuorganisation zu schaffen. Mit großer Energie hat man den westlichen Kulturvölkern nachzukommen sich be müht und die wirtschaftlichen Kräfte des eigenen Landes in sachge mäßer Weise zu heben. Während bisher der Japaner, seinem natio nalen Charakter folgend, den Gelderwerb nicht sonderlich achtete, macht sich neuerdings eine lebhafte Entfaltung regen geschäftlichen Lebens geltend. Japan hat sich im Laufe weniger Jahrzehnte von dem isolierten abgeschlossenen Staate zum modernen volkswirtschaftlichen Kulturstaat, von der feudalen Kleinstaaterei zum vollendeten Einzelstaat aufgeschwungen. Der bisher durch vielfache alte Einschränkungen ge hemmten Lebensweise des Altjapaners wurde eine völlig freie ent wicklungsfähige Form gegeben, und gleichzeitig unternahm inan den Schritt von der handwerksmäßigen Hausindustrie zur moderntechnischen Großindustrie mit all ihren maschinellen Hilfsmitteln, wie sie der moderne Verkehr und wirtschaftliche Güteraustausch mit sich bringt. Von der Naturalwirtschaft ging man zur Geldwirtschaft über und führte so dem Handel ein belebendes Moment zu. Alle diese großen Um wälzungsprozesse im inneren Leben des japanischen Staates haben sich im Verlaufe von knapp vierzig Jahren abgespielt, und heute bereits