47 nische Volkswirtschaft hervorgerufen hat, betrachtet, so muß man folgende Kardinalpnnkte hervorheben. Japan hat während des Jahres 1904 durch erhöhte Steuerleistung 62 Millionen Jen und durch Auf legung von Anleihen 280 Millionen Jen mehr als gewöhnlich von dem Jnlandskapital gebraucht, um sie für die Zwecke des finanziellen Kriegsbedarfs bereit zu stellen, ferner hat Japan rund eine Million feiner Söhne auf den Kampfplatz hinausgesandt. Es läßt sich nicht leugnen, daß die japanische Volkswirtschaft durch solche außergewöhnliche Belastungen schwer bedrückt wird, aber die starkentwickelten lebenskräftigen Eigenschaften der japanischeil Volks wirtschaft und vor allem die Energie des Volkes selbst verhindern es, daß im japanischeil wirtschaftlichen Leben sich irgendwelche Verwirrungen oder gar krisenartige Störungeil zeigen. Gerade wegen dieses Punktes war man in japanischen leitenden Kreisen besorgt, ob nämlich die wirt schaftliche Kraft Japans genügend stark sei, um die enormen Lasten eines Krieges, von dem man kein Ende absah, tragen zu können. Daß Militär und Marine genügen und ihre Pflicht völlig erfüllen würden, davon war man in jenen Kreisen aufs bestimmteste überzeugt. Im allgemeineil hat nun die japanische Volkswirtschaft keinerlei bedeutenden Schaden erlitten, sondern die Arbeitskraft und der Sparsinn des Volkes haben die außergewöhnlichen siiiaiiziellen Belastungen des Landes bis her noch zil tragen vermocht, selbst der Geldinarkt des Landes trügt noch keine besonders ungünstige Signatur und die Steigerung des Zinsfußes war vorläufig nur gering. Eine recht lebhafte Gestaltung wies sogar der Außenhandel Japans auf, und es gab im Lande eigentlich nur sehr wenig arbeitslose Leute. Ebenso waren die Landwirte trotz des Krieges mit ihrer Lage völlig zufrieden. Natürlich sind nun nicht alle die großen Kapitalien, welche für den Krieg verwandt wurden, zu rein unproduktiven Zwecken aufge braucht worden, vielmehr haben sie znin Teil auch sehr produktive An lage gefunden, die dem Handel nild der gewerblichen Tätigkeit zu Nutzen gereichten. Wenn die japanische Regierung für den Kriegsbedarf enorme Mengen von Flanellhemden kauft, so hebt sie damit unwill kürlich die Leistungsfähigkeit dieses Industriezweiges, indem sie ihn jetzt stark anstrengt und ihn zwingt, durch Nenanlage von Maschinen sich für die spätere Zuknirft wirtschaftlich zu stärken. Ebenso erfährt die Landwirtschaft durch die großen Ankäufe von Stroh und anderen Kriegsbedarf eine bedeutende finanzielle Stärkung. Wenn auch vielleicht die Kaufkraft des einzelnen Mannes durch die erhöhte Steuerlast herabge mindert wird, so bringt immer doch der Staat große Kapitalien zum ronlieren, so daß also das Volk stets einen großen Teil des Geldes auf Umwegen