55 Schon ganz allgemein läßt die Steigerung der Ernteergebnisse einen Schluß auf den gesunden Zustand der japanischen Landwirtschaft zu, besonders aber muß man die hohe Bedeutung einer günstigen Reis- ernte für das japanische Wirtschaftsleben nicht vergessen. Bei dem aus gedehnten Verbrauch von Reis, den Japan bekundet, ist ein günstiger Ausfall der Reisernte von einschneidender Bedeutung für das ganze Wirtschaftsleben der Japaner, und wer diesen Einfluß jenmls kennen gelernt hat, der weiß auch das günstige Moment zu beurteilen, was für Japan in Kriegszeiten eine gute Reisernte bedeutet. Aus Anlaß des Krieges hat auch die japanische Regierung keinen Augenblick gezögert, durch Vornahme entsprechender großer Arbeiten, die zum Teil als Notstandsarbeiten betrachtet werden können, der heimischen Landwirtschaft in den bevorstehenden schweren Zeiten helfend beiznspringen. Eine Maßnahme in diesem Sinne war die Vornahme ausgedehnter Neuanpflanzungen von Forsten, wodurch den betreffendeil landwirtschaftlichen Kreisen liicht nur Arbeitsgelegenheit sowie materielle Einnahmen gesichert wurden, sondern ihnen auch in der Gestalt des Waldes ein Fonds für die spätere Zukunft gegeben ist. Diese tu großem Stile unternommenen Regierungsarbeiten hatten fernerhin auch das Gute an sich, daß arbeitslosen Elementen au vielen Stellen des Landes Gelegenheit zur Beschäftigung geboten wurde. Bei diesen Auf- forstungen waren die ausführenden Organe entweder der Regierungs bezirk, der Landkreis oder die Gemeinde, und ebenso war der mit diesen Neuanpflanzungen — die, wie gesagt, in großem Maßstabe betrieben wurden — verbundene augenblickliche Zweck nicht überall derselbe. Einnial geschah die Aufforstung aus rein finanziellen Gründen, dann um etwaiger lokaler Versandung vorzubeugen, ferner zil Zwecken der Volksschule oder des roten Kreuzes. Aber auch aus allgenieiu volks wirtschaftlichem Interesse, lediglich um Arbeitsgelegenheit zu bieten. — Einige kurze Beispiele mögen dazu dienen, den Wert und die Be deutung dieser Aufforstungen zu illustrieren. Im Regierungsbezirk Kagoschima wurde beschlossen zum Andenken an den gegenwärtigen Krieg und zwecks späterer finanzieller Einnahmen umfangreiche Neuanpflanzungen vorzunehmen. Nach einem aufgestellten Plan, der Genehmigung gefunden, hat jedes Haus durchschnittlich ein Zehntel Cho Forst anzupflanzen. Da nun innerhalb dieses Regierungs bezirkes etwa 200000 Häuser bewohnt werden, so entstehen infolge dieses Beschlusses rund 20000 Cho neuer Forst, dessen Jahresertrag später auf jährlich eine Million Jen geschätzt wird. Da diese Neuan pflanzungen völlig den Charakter einer freiwilligen Gemeinschaftsleistung tragen, so entstehen keinerlei Kosten, sondern jegliche Arbeitsleistung da bei erfolgt ohne irgendwelches Entgelt. In anderen Regierungsbe