57 entspringen, welche durch den augenblicklichen Krieg bedingt ist. So fanden als Ersatz für die auf den Kriegsschauplatz abgegebenen Pferde vielfach Maschinen in der Landwirtschaft Verwendung und dem Mangel an Düngemitteln wurde durch die Bereitung von Kompost und die Verwen dung künstlicher Düngstoffe begegnet. Beim Trocknen des Reis wurde eine bessere Beaufsichtigung durchgeführt und dadurch bewirkt, daß die Qualität des getrockneten Reis eine wesentlich bessere wurde, als dies früher der Fall war. Auch wurden zahlreiche landwirtschaftliche Versuchs stationen errichtet, deren Zweck es ist, der Einführung und Verbreitung landwirtschaftlicher Verbesserungen zu dienen. Landwirtschaftliche Neben arbeiten, wie Hühnerzucht, Stroh- und Mattenflechterei fanden überall eif rige Anregung und Unterstützung seitens der staatlichen Aufsichtsorgane. Geht man dazu über, den Einfluß des Krieges auf die Viehzucht fn Japan zu untersuchen, so bemerkt man, daß der Krieg hier nur günstige Wirkungen geäußert hat; besonders die Pferdezucht und die Rindviehhaltung haben einen bedeutenden Aufschwung zu verzeichnen. Der große Bedarf der Armee an Pferde», sowie an Schlachtvieh bilden hier die grundsätzliche Veranlassung zu erhöhter Wirtschaftstätigkeit. Auch die Fischerei kann vou einer eigentlichen Schädigung ihres Gewerbes infolge des Krieges nicht sprechen, wenn auch zeitweilig die russische Flotte aus Wladiwostock einigen Schaden anzurichten ver mochte. Zudem betreibt Japan vielfach fernab feiner eigenen Küsten intensive Hochseefischerei, wo russische Schiffe nicht hingekommen sind. So ziehen die Fischer des Regierungsbezirkes Hyogo hinaus auf das koreanische Meer, ja selbst nach Manila und auf den stillen Ozean. Im Inlands wurde z. B. im Regierungsbezirk Schiga eine ausgedehnte Karpfenzncht angelegt, die als Kriegsandenken gilt und aus ihren Er trägnissen dem Bezirke fortlaufende Einnahmen erbringt. Nachdem somit in Vorstehendem der Einfluß des Krieges auf die hervorragendsten Faktoren des japanischen Wirtschaftslebens möglichst eingehend und kritisch untersucht worden ist, erübrigt es nun noch zu erforschen, welche Wirkung der Krieg auf den japanischen Geld- und Kapitalmarkt auszuüben vermocht hat, zumal infolge des Krieges der japanischen Volkswirtschaft bedeutende Kapitalien entzogen worden sind. Hier ergibt nun die Analyse, daß die Verhältnisse keineswegs so un günstig liegen, wie man vielleicht hätte erwarten dürfen, vielmehr sind genügend Anzeichen vorhanden, aus denen sich schließen läßt, daß die finanzielle Situation sich sogar noch gehoben hat. Zwar hat der Metallvorrat in den Banken abgenommen und die Menge der ausge gebenen Noten ist gestiegen, aber nicht in einem solchen Umfange, daß hier ernstliche Bedenken oder gar Befürchtungen am Platze wären. Die Spareinlagen in den gewöhnlichen Banken, die Sparbanken und den