58 Postsparkassen weisen eine beträchtliche Zunahme auf, obwohl die Zinsen im allgenieinen niedriger sind als vor Ausbruch des russisch-japanischen Krieges. Gestiegen sind die Bankvorschüsse und die dafür zu entrichtenden Zinsen, ebenso nahni die Zahl der durch die Abrechnungsstellen ge gangenen Wechsel und Checks erheblich zu. Wenn man alle diese Er scheinungen zusammenfaßt, so bedeutet es nichts anderes als, daß während der Kriegszeit die Sparsamkeit der Japaner eine größere ge worden ist, die produktiven Geschäfte sich energisch weiterentwickelt haben und der Kreditverkehr einen regen Aufschwung genommen hat — die Grrmdlagen und die Kräfteentfaltung zeigen also völlig gesunde Struktur. Wenn man einen Vergleich über die Höhe der umlaufenden Banknoten des Jahres 1904 mit dem Jahre 1903 anstellt, so findet man, daß im Jahre 1904 eine allmähliche Steigerung im Monat Juni ihren Anfang nahm, um im Dezember den Höhepunkt zu erreichen. Im Monat Juni 1904 war der Betrag umlaufender Banknoten um 21 Millionen Jen höher als im Juni 1903, im Dezember bezifferte sich dieser Unterschied gegenüber dem Vorjahre ans 53 Millionen Jen- Hierbei muß jedoch im Auge behalten werden, daß von dieser letzten Summe rund 26 Millionen Jen nach dem Kriegsschauplatz überwiesen worden sind. Auch brachte naturgemäß der bevorstehende Jahreswechsel einen erhöhten Geldbedarf mit sich und wirkte somit auf die Höhe der Noten ausgabe, allerdings nur für kurze Zeit. Von 286 Millionen Jen umlaufender Banknoten gegen Ende Dezeniber 1904 fiel dieser Betrag aus 254 Millionen Jen am 10. Januar 1905. Man sieht also, daß diese Anspannung des Jnlandsgeldmarktes nur eine kurze Zeit dauerte und auch bezüglich ihrer Höhe nichts außergewöhnliches an sich hatte. Um die Metallreserve für die ausgegebenen Banknoten auf der not wendigen Höhe zu erhalten, wurden einerseits Anleihen im Auslande aufgenommen, andererseits der Zinsfuß um etwas erhöht. Die Wirkung, dieser Maßnahmen zeigt die folgende Statistik. (Tabelle hierzu auf Seite 89.) Will man die Gesamtsituation des japanischen Geldmarktes be leuchten, so muß die erste Hälfte des Jahres 1904 im allgemeinen als schlaff bezeichnet werden, die Bankvorschüsse waren nur um ein Ge ringes höher als in dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. In der zweiten Hälfte des Jahres 1904 machte sich jedoch eine kräftige Be lebung des Marktes bemerklich und die Bankvorschüsse in den bedeu tenderen Städten des Landes erreichten die Höhe von 475 Millionen Jen, d. h. k2,4 Millionen Jen mehr wie zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Die Banken in Tokyo notierten damals an Vorschüssen 170 Millionen Jen, was gegenüber dem Vorjahre ein Mehr von