69 Sicherung der nationalen Existenz Japans als zweite große Folge erscheinung des heutigen Krieges stellen. Eine andere Nachwirkung des Krieges ist das Expansionsgelüst iin japanischen Handel und Gewerbe, das sich in einer lebhaften Förderung des japanischen Außenhandels kundgibt. Trotz der bedeutenden Fort schritte, die Japans Außenhandel schon zu verzeichnen hat, ist die japanische Geschäftswelt dennoch nicht damit zufrieden, da dieser Außen handel in Vergleich zu dem anderer — europäischer — Länder ihnen viel zu klein erscheint. Dabei liegen dem Japaner die Ausdehnungs möglichkeiten — in territorialem Sinne — vor der Tür, er hat also nur seine Handelstätigkeit nach weiterblickeudeu Gesichtspunkten zu regeln. Andererseits verhehlt man sich in den leitenden japanischen Geschäfts kreisen durchaus nicht, daß der bisherige Außenhandel unter vielfachen Übelständen, wie: unpünktliche Lieferung, Unzuverlässigkeit, zu große Zersplitterung zu leiden hat, Momente, die alle erst allmählich beseitigt werden können. Das Beispiel einzelner bestimmter Exportindustriezweige beweist aber schon, daß diese Mängel, sofern sie erst einmal erkannt und offen zutage gelegt sind, erfolgreich abgelegt werden können. Daß im allgemeinen die japanische Industrie nicht auf der gleichen Höhe steht wie ihre Landwirtschaft und besonders Armee und Marine, liegt in der historischen Entwicklung des Landes begründet. Unter der Feudalherrschaft stieg der Militarismus zu einer hohen Blüte, und ebenso war die Landwirtschaft von Alters her bereits bekannt und gepflegt. Handel und Industrie jedoch erfreuten sich bis in die jüngsten Jahr zehnte hinein keiner sonderlicheil Beachtung; sie galten als das Tätig keitsfeld dllrchtriebeirer Charaktere, bei denen Betrügen und Betrogen werden alltägliche Vorkommnisse bildeten. Zudem war Japan noch vor vierzig Jahren ein nach Außen hin völlig abgeschlossenes Land, welches auch im Innern nur schwer zu passieren war inid nur wenige große Verkehrsstraßen für den Warenaustausch besaß. Seine Wirtschaft war vorwiegend eine Lokalwirtschaft, aber noch keine Staats- oder gar Welt wirtschaft und seineil Kaufleuten fehlte noch damals der weite Blick, der sich heute als eine Folgeerscheinung des Krieges schon eingestellt hat. Heute will man Handel und Gewerbe in Japan auf das gleiche Niveau heben, welches Heer und Marine schon seit langem einnehmen; alte unbrauchbare und nicht entwicklungsfähige Organe im Handel sollen abgeschafft und durch neue lebenskräftige und anpassungsfähige In stitutionen ersetzt werden. Man will die Produktionsmethoden und die Arten des Verkaufes verbessern lind einen kräftigeren Ansbau der wirt schaftlichen Verbände — herbeiführen. Seitens des Staates sollen Handelsattaches ins Ausland gesandt werden, um an Ort und Stelle den Bedarf oder die Produktionsmittel des Landes zli studieren; ebenso