70 sollen Handelsmuseen japanischer Warenerzeugnisse im Auslande er richtet werden, um die Aufmerksamkeit fremder Käufer auf japanische Produkte zu lenken. Japanische Exporteure haben sich zusammengetan, um in ihrem gemeinschaftlichen ausländischen Absatzgebiet Verkaufsläden in großem Stil zu errichten und zu unterhalten, wobei die Kosten für den einzelnen nur gering sind. Ebenso ist man energisch zu einer rationellen Verbesserung der Hafeneinrichtungen und Verkehrsmittel im Interesse des Handels geschritten. Als eine Folge des Krieges dürfte Japan auch eine Revision seines Zolltarifs vornehmen, da infolge der modernen Entwicklung von Handel und Industrie eine Verschiebung der wirt schaftlichen Verhältnisse sich eingestellt hat, die eine Veränderung mancher Positionen des Zolltarifs wünschenswert erscheinen läßt. Vorläufig allerdings sind Japan in dieser Beziehung noch für fünf Jahre die Hände gebunden; außerdem erscheint es noch fraglich, ob etwaige Schutz zölle für das Gesamtinteresse des Staates von günstiger Wirkung sein werden. Wenn man dieselben nationalen Eigenschaften der Japaner, wie unbeugsamen Fleiß, Energie, Tatkraft und Tapferkeit, welche jetzt im Feldzuge so großartige Erfolge erbracht haben, auch auf das japanische Wirtschaftsleben überträgt, so wird auch hier in Zukunft der Erfolg nicht ausbleiben und die ganze Nation aus einer solchen Jnteressen- betätignng schließlich ihren Vorteil ziehen. Neben der rationellen Ent wicklung der Exportindustrie hat aber auch ein Aufschwung der Industrie für inländische Bedarfsartikel zu erfolgen, da hier eine etwaige Ver nachlässigung sich später unangenehm bemerklich machen könnte. Man darf nun in Europa und Amerika sich nicht ohne weiteres der Annahme hingeben, daß aus einer lebhaften Gestaltung der in dustriellen Tätigkeit Japans und aus einer intensiven Betätigung auf dem Gebiete des Außenhandels, eine Schädigung der eigenen wirtschaft lichen Interessen in Ostasien erfolgen könne und daraus dann gleich eine „gelbe Gefahr" konstruieren. Wahrscheinlich wird nämlich nur eine Verschiebung in den einzelnen Warengattungen stattfinden, die nach Japan zur Ausfuhr gelangen; an Stelle von Rohprodukten oder rohen Halbfabrikaten wird Japan dann verfeinerte Produkte, Luxnswarcn, Wein, Zucker rc. beziehen, der Außenhandel selbst an Wert also wohl kauni eine Einbuße erleiden. Wenn Japan z. B. in großem Maßstabe die Fabrikation von Flanell zur Einführung bringt, so kauft es dieses Fertigprodukt naturgemäß nicht mehr aus Europa oder Amerika, sondern stattdessen die erforderlichen Maschinen, die Wolle und Baumwolle. Der erhöhte Gewinn aber, welchen die japanische Volkswirtschaft ans dieser Industrie ziehen wird, ermöglicht die Befriedigung erhöhter Lebensbedürfnisse, sodaß also Japan dann als Käufer teurer Luxus artikel ans den, Weltmärkte auftreten kann. Zudem wird der japanische