74 sähigkeit erreichen zu können. Wenn auch heute die augenblicklichen Wirtschaftskräfte Japans noch als klein bezeichnet werden müssen, — sofern man europäischen oder amerikanischen Maßstab hier anzulegen berechtigt ist — so würden die Japaner doch mit der ihnen eigenen Energie weiter vorwärtsschreiten, nur wird jetzt als eine Folge des Krieges wahrscheinlich das Tempo ein beschleunigteres sein. Schließlich bliebe noch zu untersuchen, ob der Kern der japanischen Finanzwirtschaft ein gesunder ist, so daß er die durch den Krieg ge schaffenen, schweren finanziellen Lasten zu tragen imstande ist. Wer aber die gesunde, kräftige Entwicklung der Volkswirtschaft eines Staates als die Basis für eine, geregelte Fiananzwirtschast, kennen und be trachten gelernt hat, der dürfte in dieser Beziehung für Japan keine Bedenken tragen. Man muß sich erinnern, daß Japan erst seit etwa vierzig Jahren überhaupt an die Öffentlichkeit getreten ist, und daß die japanischen Staatsschulden, trotz ihrer starken Zunahme jetzt durch den Krieg, immer noch als verhältnismäßig gering bezeichnet werden müssen. Dabei ist — abgesehen von den Kriegssteuern — die normale Steuer last pro Kopf des Bewohners in Japan noch sehr mäßig. Man darf daher meines Erachtens sehr wohl die Überzeugung aussprechen, daß dieser Krieg in seinen Folgeerscheinungen für Japan vielfach günstige Ausflüsse zeitigen wird, die der späteren Entwicklung der japanischen Volkswirtschaft zum Vorteil gereichen werden. Der russisch-japanische Krieg war für die Japaner notwendig, einmal zur Sicherung ihrer nationalen Existenz gegenüber dem russischen Vorwärts drängen in der Mandschurei und Korea, dann aber auch als Antriebs moment zur gesteigerten Entfaltung ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Beides hat Japan erreicht.