Arbeit  von  Beamten,  den  Arbeitern  beider  Geschlechter  eine  angemessene ­
  Anstellung  und  den  Abschluß  von  Arbeitsverträgen.
f)  Sie  befördert  die  Begründung  von  Gewerkschaftskomitees
für  alle  Berufe,  die  der  Arbeitskammer  in  der  Aufstellung  und
Anwendung  von  Lohntarifen  helfen  sollen.
g)  Sie  vertritt  bei  der  Gemeinde  und  dem  Staat  die  Bedürfnisse ­
  und  Interessen  der  Lohnarbeiter.
h)  Sie  sorgt  für  die  Bildung  von  Schiedsgerichten  zwischen
Unternehmern  und  Arbeitern,  um  die  die  Arbeit  betreffenden
Streitfragen  (Dauer  der  Arbeit,  Lohn  usw.)  zu  behandeln  und
zu  schlichten.
i)  Sie  fördert  die  Entwicklung  des  Kooperativsystems  in
Konsum,  Produktion  und  Kredit  und  wacht  darüber,  daß  die
öffentlichen  Arbeiten  den  Arbeitergenossenschaften  anvertraut  werden.
l)  Sie  organisiert  den  gewerblichen  Unterricht  für  alle  Berufe.
m)  Sie  prüft  alle  die  Mittel,  die  dazu  dienen,  die  intellektuellen, ­
  moralischen  und  technischen  Eigenschaften  der  Lohnarbeiter
zu  heben,  richtet  Bibliotheken  ein,  veröffentlicht  regelmäßig  Berichte ­
  usw.
Art.  9.  Die  Arbeitskammer  wird  von  einer  Exekutivkommission ­
  verwaltet,  die  durch  allgemeines  Stimmrecht  gewählt  wird.
Sie  besteht  aus  18  Mitgliedern,  die  ein  Jahr  lang  im  Amte
bleiben  und  wieder  wählbar  sind.  Die  Kommission  wählt  aus
ihrer  eigenen  Mitte  einen  ersten  und  einen  zweiten  Sekretär,  die
monatlich  bezahlt  werden,  sowie  einen  Kassierer  und  einen  Buchhalter, ­
  die  Tagegelder  erhalten.  Die  andern  Mitglieder  der
Kommission  erhalten  eine  Vergütung  durch  Tagegelder.  —
Am  10.  Januar  1891  schlug  der  Gemeinderat  Oswald
Gnocchi-Viani,  der  erste  italienische  Journalist,  der  sich  mit  der
Arbeitskammer  beschäftigt,  ihre  Tätigkeit  im  Ausland  beobachtet
und  ihre  Gründung  in  Italien  mit  großer  Wärme  verfochten  hat,
der  Stadtverwaltung  vor,  sie  solle  der  neuen  Einrichtung  eine
Geldunterstützung  zuwenden.  Dieser  Vorschlag  wurde  günstig
aufgenommen  und  15000  Lire  ausgeworfen,  die  jedes  Jahr  neu  zu
bewilligen  waren.  Der  Gemeinderat  billigte  auch  die  unentgelt-