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der  Arbeitskammern  die  Rechte  des  katholischen  Gewissens  unverletzt  und
garantiert  sind.  Dagegen  erklärt  sie  in  Befolgung  der  von  den  anwesenden
Bischöfen  gemachten  Ausführungen,  daß  die  Katholiken  nicht  an  Arbeitskammern, ­
  die  in  nichtkatholischem  Sinn  gegründet  sind,  teilnehmen  können,
da  in  diesem  Fall  ihre  Gewissen  und  ihre  Rechte  in  allgemeiner  Gefahr  sein
würden.  In  diesem  Fall  ist,  was  Vereinigungen  für  Stellenvermittlung,  Auskunftsbüreaus
  und  andere  gerechte  und  gesetzmäßige  Verteidigungsmittel
anbetrifft,  nach  den  einzelnen  Fällen  für  die  Interessen  der  Arbeiter  zu  sorgen."
Gemäß  diesen  Beschlüssen,  die,  wie  wir  bereits  gesagt  haben,
von  den  Vertretern  der  lombardischen  Katholiken  angenommen
wurden,  aber  in  Wirklichkeit  den  Absichten  und  Ansichten  der
klerikalen  Partei  in  ganz  Italien  entsprechen,  enthielten  sich  die
katholischen  Vereine  und  Zirkel  fast  überall  der  Teilnahme  an  den
Arbeitskammern.  Auch  in  den  Städten,  in  denen  die  Gemeinde-Verwaltung
  in  den  Händen  der  Katholiken  oder  Klerikalen  war,
äußerte  sich  ihre  Gegnerschaft  gegen  die  Arbeitskammern  deutlich
durch  Unterdrückung  der  Jahressubvention,  die  frühere  Verwaltungen ­
  gewährt  hatten.  So  in  Bologna.  Der  Arbeitskammer
dieser  Stadt  wurde  die  Subvention  im  Dezember  1896  beim
Voranschlag  des  Stadtbudgets  verweigert,  ein  zweites  Mal  alsdann ­
  im  Mai  des  folgenden  Jahres,  und  erst  am  15.  April  1898
wurde  die  Unterstützung  wieder  gewährt.  Nur  in  zwei  industriell
wenig  bedeutenden  Städten,  Monza  und  Pavia,  traten  die  Katholiken ­
  den  dort  bestehenden  Arbeitskammern  bei,  aber  ihre  Eintracht
mit  den  anderen  Arbeitervereinen  war  nur  von  kurzer  Dauer,
und  nach  einer  Reihe  von  mehr  oder  minder  lebhaften  Diskussionen
zogen  sich  die  Katholiken  zurück  und  beschlossen,  getrennt  vorzugehen, ­
  nach  dem  im  zweiten  Teil  der  Tagesordnung  des  Kongresses ­
  von  Pavia  enthaltenen  Rat.
Die  Katholiken  jedoch,  unter  denen  die  christlichen  Demokraten ­
  eine  immer  größere  Bedeutung  einnahmen,  konnten  das  Feld
nicht  allein  den  Sozialisten  überlassen,  die  immer  mehr  in  den
Arbeitskammern  überwogen.  Nach  einigen  glücklichen  ausländischen
Beispielen  beschlossen  sie,  Volkssekretariate  zu  gründen,  deren
Zweck  und  Funktion  denen  der  Arbeitskammern  analog  war,  wie
man  aus  dem  am  27.  April  1896  in  Mailand  aufgestellten