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Aber  der  politischen  Behörde  gingen  diese  Worte  zu  einem
Ohre  hinein  und  zum  anderen  wieder  heraus.  Alle  Aufforderungen, ­
  die  von  Seite  der  Arbeiter  kamen,  bald  aus  dieser,  bald
aus  jener  Stadt,  die  Gründung  von  Arbeitskammern  zu  beschleunigen, ­
  blieben  ohne  Antwort,  bis  nach  einer  heftigen  Kampagne ­
  der  parlamentarischen  Opposition  das  Kabinet  Pelloux  einem
Ministerium  unter  dem  Vorsitze  Saraccos  wich.  Dieser  Ministerwechsel, ­
  der  nach  einem  Ansturm  der  aufrichtig  liberalen  Parteien
von  unerhörter  Hartnäckigkeit  erfolgte,  bezeichnete  den  Anfang  einer
neuen  Aera  für  die  organisierten  Arbeiter  und  folglich  auch  für
die  Arbeitskammern,  die  alle  mit  blitzartiger  Geschwindigkeit  wieder
entstanden.  Ihr  Erwachen  wurde  noch  deutlicher  unter  dem  Kabinet
Zanardelli,  das  dem  Ministerium  Saracco  mit  einem  vom  wohlwollendsten ­
  Interesse  für  die  Arbeiter  durchdrungenen  Programm
gefolgt  war.  Diese  sahen  sich  nicht  mehr  gezwungen,  gegen  die
taube  Feindseligkeit  der  öffentlichen  Verwaltungen  zu  kämpfen  und
Beobachtung  und  Anwendung  der  Gesetze  und  Verordnungen  zum  Schutz  der
Arbeit  wachen  und  die  Verbesserungen  vorschlagen,  die  nach  und  nach  durch
Erfahrung  und  Ereignisse  nötig  werden.  Um  dies  zu  erreichen,  bedarf  es  der
Achtung,  der  Aufrichtigkeit  in  den  Verhandlungen  und  eines  billigen  Maßstabs ­
  für  ihre  Handlungsfreiheit.  Bor  kurzem  ging  das  Gerücht,  daß  die
Regierung  sich  mit  der  Frage  der  Arbeitskammern  beschäftige.  Wir  freuen
uns,  diese  Tatsache  feststellen  zu  können,  da  sie  ein  Anzeichen  für  die  Wichtigkeit ­
  der  Kammern  ist.  Aber  wir  sind  überzeugt,  daß  wenn  man  den  Arbeitskammern ­
  ihre  örtliche  und  gewerkschaftliche  Autonomie  nimmt,  sie  in  die  gewöhnliche ­
  Routine  der  Bureaukratie  verfallen  würden.  Damit  ihr  Leben  fruchtbar ­
  und  wirksam  sei,  müssen  die,  die  die  Arbeit  leisten  und  ihr  dienen,  eine  Art
Apostelamt  ausüben  können,  sie  müssen  die  ganze  Hoheit  der  sozialen  Pflicht,
die  sie  vollbringen,  fühlen,  und  deshalb  dürfen  die  Kammern  nicht  zu  einem  mehr
oder  minder  organischen  Mechanismus  (sie!)  gemacht  werden.  Die  Kammern
brauchen  Freiheit  in  der  Versammlung,  in  der  Koalition,  in  ihren  Funktionen
und  aufrichtiges  Vertrauen.  Das  werden  sie  sich  erwerben  können  durch  die
Sympathie  des  Publikums  und  durch  die  sicheren  Vorteile,  die  sie  der  Arbeiterklasse ­
  und  der  Allgemeinheit  bringen  werden.  Die  Arbeitsbrüder  in  Italien
werden  mit  der  alten,  unveränderten,  sicheren  Energie  aus  sich  heraus  und
für  sich  die  aufgelösten  Kammern  wieder  begründen,  denn  —  so  sagten  wir
schon  in  unserem  Bericht  von  1896  —  man  kann  die  von  einem  sozialen
Bedürfnis  erzeugten  Einrichtungen  wohl  bedrücken,  aber  sie  nicht  unterdrücken."