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Und  Bonomi  schließt  mit  der  Versicherung,  daß  die  juristische
Anerkennung  der  Vereine  durchaus  überflüssig  ist  und  daß  es  genügte, ­
  „die  Arbeitervereinigungen  als  bestehend  anzuerkennen  mit
einem  Akt,  ähnlich  wie  beim  Standesamt,  d.  h.  daß  sie  beim
Industrie-  und  Ackerbauministerium  oder  beim  Arbeitsamt  eingeschrieben ­
  würden  gegen  Vorweisung  ihres  Statuts  oder  auch  der
Namen  der  Vorstandsmitglieder".
Wir  stimmen  vollständig  mit  diesen  Ansichten  überein.  Die
Arbeitskammern  haben  in  einem  Zeitraum  von  vier  Jahren,  von
1899  bis  1902,  die  Anstrengungen,  die  Bestrebungen  und  die
Agitationen  der  italienischen  Arbeiterklasse  zusammengefaßt  und
geleitet  in  einer  langsam  aufsteigenden  Bewegung,  die  sich  bereits
im  vorhergehenden  Dezennium  vorbereitet  hatte  und  die  durch  ihre
Schließung  im  Mai  1898  nur  beschleunigt  wurde.  Aber  bei  der
Erhitzung  der  Geister,  beim  Entladen  der  Begeisterung  und  der
in  unserer  Arbeiterbevölkerung  latenten  Anstrengungen,  eine  wirtschaftliche ­
  Verbesserung  zu  erobern  und  die  Löhne  im  Verhältnis
zu  den  wachsenden  Gewinnen  der  Industrie  zu  bringen,  wurde
nur  ein  einziges  Mittel  angewandt,  das  einfachste  und  leichteste,
aber  zu  gleicher  Zeit  auch  gefährlichste:  der  Widerstand  durch
den  Streik.  Und  die  Arbeitskammern  waren  der  eigentliche  Ausdruck ­
  dieser  Bewegung,  die,  obwohl  sie  sich  auf  wirtschaftlichem
Gebiete  abspielte,  mehrere  Male  auf  das  politische  übergriff,  indem
sie  vor  allem  dazu  diente,  die  politische  Freiheit  des  Streiks  und
der  Koalition  zu  proklamieren  und  zu  sichern.  In  zweiter  Linie
führte  sie  zur  Erhöhung  der  Löhne  bei  verschiedenen  Arbeiterklassen ­
  und  spornte  die  herrschenden  Klassen  an,  Arbeiterschutzgesetze ­
  zu  geben  und  verschiedene  Vorschläge  der  Arbeiter  selbst
anzunehmen.
Aber  die  Leichtigkeit  der  gewissermaßen  physischen  und  materiellen ­
  Anstrengung,  bei  der  nur  die  numerische  Macht  der  in  den
Kampf  gezogenen  Massen  zum  Siege  führte,  ohne  daß  eine  lange
und  sorgsame  Vorbereitung  der  Ideen  vorangegangen  wäre,  ohne
die  Erziehung  und  Disziplin  der  Geister  zu  dem  auf  der  Solidarität
beruhenden  Massenkampf  —  diese  Leichtigkeit  führte  dazu,  daß  zu