3 Die Hauptnahrungsmittel die haltbar gemacht werden, sind: Fleisch und Fleischwaren, Gemüse, Fische, Milch, Früchte u. dergl., doch werden im deutschen Sprachgebrauch als Konserven im eigent lichen Sinne nur bestimmte, auf besondere Art und Weise haltbar gemachte Nahrungsmittel bezeichnet. Durch Einsalzen (Sauerkraut, Gurken u. dergl.), Räuchern, Pökeln oder durch einfaches Trocknen an der Luft oder in der Sonne haltbar gemachte Nahrungsmittel gehören nicht zu den Konserven im engeren Sinne. Der Unterschied zwischen konservierten Nahrungsmitteln und eigentlichen Konserven ist in einer schwierigeren und peinlicheren Behandlung der Stoffe zu suchen, aus welchen die Konserven im engeren Sinne hergestellt werden. Unter Konserven versteht man also: 1. die nach dem Appertschen Verfahren zubereiteten, in luft dichten Gefäßen befindlichen Nahrungsmittel, (namentlich Gemüse, Fleisch und Milch, zum Teil auch Fische und Obst); 2. die durch Ankochen und durch künstliches Schnelltrocknen bei großer Hitze und starkem Luftstrom) haltbar gemachten Gemüse, Dörrgemüse, Präserven und Trockenkonserven ge nannt. Charakteristisch ist also für die Konserven entweder der Luft abschluß durch hermetisch verschlossene Gefäße, oder die nicht durch die Natur, sondern durch besondere technische Einrichtungen erzielte W asserentziehung. Die neuen Konservierungsmethoden sollen meistens keine be sondere Zubereitung der Speisen erzielen, sondern nur möglichst voll kommen die Nahrungsmittel frisch erhalten. Sauerkraut, saure Gurken, geräucherte Fleisch- und Fischwaren usw. haben durch ihre Zu bereitung das Charakteristikum als frische, von der Natur gegebene Nahrungsmittel verloren, und erscheinen als eine besondere Speisen zubereitung. Gedörrte, oder in Büchsen konservierte Gemüse hin gegen sind nach ihrer Zubereitung noch nicht genußfertig und von direkt dem Felde entnommenen Gemüsen nur wenig unterschieden. Die gute Beschaffenheit der sogenannten Konserven sowie die erhöhte und peinliche Sauberkeit, die in den modernen Konserven fabriken beobachtet wird, haben mehr und mehr dazu geführt, das ursprünglich bestehende Vorurteil gegen die fabrikmäßig konser vierten Speisen zu beseitigen. Auf diese Weise haben sich die Konserven auch bei der deutschen Hausfrau allmählich und bleibend eingeführt. Vor etwa 30 Jahren schien die Voreingenommenheit der Bevölkerung gegen in Fabriken zu bereitete Konservenspeisen noch unüberwindlich und eine Verwendung 1*