III. Absatz und Absatzverhältnisse der Konserven 1} . Ehe näher auf die einzelnen Konserven und ihre Herstellung eingegangen wird, ist es nötig, ihre Absatzgebiete und Absatzver hältnisse kennen zu lernen, da diese ja die Grundlage und Lebens bedingung für jede Industrie bilden. Die deutsche Konservenindustrie ist in erster Linie auf den Absatz im Inlande angewiesen. Dieser vollzieht sich zum großen Teil ohne jede Vermittelung, sodaß direkt an die Kleinhändler (Kolonial- und Delikateßwaren- handlungen, Konsumvereine, Spezialgeschäfte für Konserven, Waren häuser) verkauft wird. Sehr belangreiche Abnehmer sind die Ex porteure in den Hafenstädten, die Schiffahrtsgesellschaften, die Militär verwaltungen und die Hotels. Die Fabriken sind bestrebt, die Produktion der nächsten Kam pagne möglichst schon im voraus zu verkaufen, um danach den Um fang ihrer Kampagneproduktion, sowie die Herstellung der einzelnen Sorten einzurichten und das Risiko etwaiger Überproduktion zu ver mindern. Bei der Unsicherheit der zu erwartenden Rohmaterialien ernten sichern sie sich allerdings der Regel nach durch eine Klausel in ihren Lieferungsbedingungen, wonach sie im Falle von Mißernten usw. nur prozentuell zu liefern brauchen. Für die Zahlung ist im allgemeinen das Ziel von drei Monaten auch für den Konserven handel handelsüblich. Die Preise der Konserven haben sich im Laufe der Zeit, wie später noch ausführlich nachzuweisen ist, bedeutend ermäßigt. Diese Preisherabsetzung ist entschieden förderlich für den Absatz gewesen und hat dazu beigetragen, die Konserven in den kleinbürgerlichen I) Diese Ausführungen mußten dem weiteren vorangehen, da unsere Reichsstatistik nur Konserven im allgemeinen und nicht spezifiziert anführt, die weitere Darlegung aber eine Einteilung in Gemüse- und Fleischkonserven usw. gebietet.