13 Zum mindesten muß es hier auffallen, daß im neuen russischen Zolltarif „Rohgewicht“ und im alten „brutto“ steht. Nach Ansicht einiger Fachleute soll unter Rohgewicht das Gewicht exkl. der Kisten zu verstehen sein. In diesem Falle würde man annehmen können, daß sich die Ausfuhr nach Rußland wenigstens nicht wesentlich ver mindern läßt. An sich ist diese Ausfuhr nach der Statistik sehr un günstig, da 1903 nur für 26000 M. Konserven nach Rußland aus geführt worden sind. Der Handelsvertragsverein ist indessen der Meinung, daß brutto und Rohgewicht identisch seien; das würde also bedeuten, daß die Emballagen mit verzollt werden. Auch bei der Ausfuhr nach Rußland werden den deutschen Fabrikanten große Schwierigkeiten bereitet. Besonders wird die Art der Untersuchung der Konserven an der Grenze bemängelt; nicht nur werden dabei den Sendungen Proben entnommen, sondern oft verblieben große Mengen der Sendungen im Besitz der Zollbehörden, Erst durch Vermittelung der Gesandtschaft wurde es ermöglicht, den Ukas zu ermitteln, der die Einführung derart erschwerte. Als Grund für das Einfuhrverbot von Fleischkonserven war angegeben, daß in Deutschland keine ge nügende Kontrolle stattfände. A. Die Gemüsekonserven. 1. Die Gemüsekonserven im allgemeinen. Die ersten Versuche, Gemüse haltbar zu machen, wurden in Frankreich nach dem sogenannten Appertschen Verfahren gemacht. In Deutschland griff man dieses Verfahren auf und konservierte Ge müse in Blechdosen oder Glasbehältern zuerst nur im Haushalt und später im Fabrikbetrieb. Nebenher gingen die Versuche, Gemüse durch Dörren zu konservieren, wie man auf solche Weise schon längst in Amerika das Obst haltbar machte. Auch diese Versuche gelangen am besten in Paris, wo man geeignete Apparate erfunden hatte, um den frischen Gemüsen den Wassergehalt bei hoher Tempe ratur und großer Windströmung schnell zu entziehen. Die Dosen gemüse erhielten indessen den Vorzug und nur die französische Julienne, eine Mischung verschiedener Gemüse, bürgerte sich nach und nach bei uns ein. Aber viel später, erst in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts entstand auch in Deutschland eine Industrie, die fast alle Gemüse durch Dörrverfahren haltbar machte. Wir haben zwei Arten von Gemüsekonserven zu unterscheiden: