32 die Konservenfabrikanten den größten Teil ihres Bedarfes noch immer im Braunschweiger Lande, um so lieber, als die Braunschweiger Erbse sowohl wie die Bohne an Qualität hinter der süddeutschen keineswegs zurücksteht. Um die Hebung des Gemüsebaues, insbesondere des Spargel baues im allgemeinen, hat sich der Braunschweiger Gemüsebau verein, zu dem sich im Jahre 1885 die Gemüsebauer der Umgegend zu sammengeschlossen haben, große Verdienste erworben. Als seine Hauptaufgabe betrachtete es der Verein, das Interesse der Produ zenten den Händlern und Konservenfabrikanten gegenüber wahrzu nehmen. Er richtete sein Augenmerk dabei vor allem auf die Er zielung einheitlicher Preise und einheitlicher Sortierung. In erster Beziehung gelang es dem Verein in der Tat bald, die Preise für Ge müse einheitlich und — den Fabrikanten gegenüber — einseitig fest zusetzen. Infolgedessen sahen sich die Fabrikanten nach den für die Konservenindustrie überaus ungünstigen Jahren 1893 und 1894/), im Winter 1894/95 veranlaßt, sich gleichfalls zu einer Vereinigung („Ver einigte Konservenfabriken Braunschweigs und Umgegend“) zusammen zuschließen, um in der Lage zu sein, bei der Feststellung der Preise für das Rohprodukt mitzuwirken. Nach den Angaben einiger Braunschweiger Fabrikanten und des Braunschweiger Gemüsebauvereins gestalteten sich die Preise für Rohgemüse in den Jahren 1885—1905 folgendermaßen: (S. Tabellen S. 33 u. 34.) Die nachfolgende Tabelle (S. 35) gibt eine Übersicht über den Durchschnitts-Gemüseverbrauch der 16 größten und maßgebenden Konservenfabriken in Braunschweig, die 100 Arbeiter und mehr be schäftigen. Die meisten dieser Fabriken haben eigene Landwirtschaft, beziehen aber trotzdem aus großen und kleinen landwirtschaftlichen Betrieben noch erhebliche Mengen Gemüse. Die größte Konserven fabrik in Braunschweig, die Firma Max Koch, verarbeitet im Durch schnitt 17 250 Zentner Spargel, die auf einer Feldfläche von 1 350 Morgen gezogen werden. Hiervon bewirtschaftet die Firma selbst 200 Morgen Spargelland, während 420 Spargellieferanten die übrige Fläche für die Firma anbauten. Das Höchstquantum Erbsen, das die Firma im Jahre 1905 verarbeitete, betrug 19000 Zentner, die von einer Feld fläche von 400 Morgen geerntet wurden. Der eigene Erbsenanbau 1) In den Jahren 1894 und 1895 standen die Verkaufspreise so wenig im Verhältnis zu den Einkaufspreisen, daß Stangenspargel und Erbsen weit unter Selbstkostenpreis abge geben wurden und andere Artikel ohne nennenswerten Nutzen verkauft werden mußten.