8 4 erwachsen, die Beseitigung der Freibänke und die Verarbeitung des Freibankfleisches zu Konserven und Corned beef unter Aufsicht der Behörden an, da sanitäre Bedenken nicht entgegengesetzt werden können. Über diesen Plan fand im preußischen Landwirtschafts-Ministerium eine längere Beratung statt, zu welcher Vertreter des Fleischergewerbes, der Landwirtschaft und andere Sachverständige berufen wurden. Der Vorschlag begegnete allgemein freundlicher Aufnahme; bei der Pr u " fung der Verwirklichung tauchten aber große Schwierigkeiten auf. Einig war man darin, daß derartige Büchsenfleischfabriken nur m großen Gemeinden, wohl ausschließlich in Provinzialhauptstädten würden bestehen können. Der Vorsitzende der Konferenz, Geh. R at Schröter, gab am Schlüsse die Erklärung ab, daß der Minister sicher lich, soweit es ihm möglich sei, die Verwirklichung des Gedankens begünstigen werde, bezweifelte aber, daß zur Ausführung staatliche Mittel zur Verfügung stünden. Es wurde darauf hingewiesen, daß die Gemeinden, das Fleischergewerbe oder die Schlachtvieh-Versiche rungen, die am meisten von der Frage berührt würden, die Mittel für die Errichtung der Fabriken aufbringen müßten. Ein Beschluß über die Angelegenheit wurde s. Zt. nicht gefaßt und man hat von dieser Angelegenheit auch nichts wieder gehört. Außer der Einfuhr von Fleisch in luftdichten Gefäßen verbietet das Fleischbeschaugesetz bei der gewerbsmäßigen Zubereitung v ° n Fleisch die Verwendung solcher Stoffe oder Verfahren, die der Wal® eine gesundheitsschädliche Beschaffenheit zu verleihen vermögen. ü er Bundesrat erließ dann im Februar 1902 genaue Bestimmungen, dm die verbotenen Substanzen nannten. Hierunter befand sich auch d‘ e Borsäure, die bisher in der Fleichwarenherstellung allgemein groß 6 Verwendung gefunden hatte, während die übrigen Stoffe nur wenig angewendet wurden. Die Borsäure hatte sich seit ihrer Erfindung gut eingeführt, hatte die Fabrikation und namentlich die Haltbarkeit der Fleischwaren sehr erleichtert und war auch bei der Herstellung von Dosenfleisch nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Staaten in umfangreichem Maße verwendet worden. Bei dem Verbot der Borsäureverwendung erhob sich daher ein Sturm der Entrüstung in den Kreisen der deutschen Fleischwarenhändler und Fleisch waren- fabrikanten, und man behauptete, daß eine Herstellung von Dosen fleisch ohne Borsäure nicht möglich sei. Es mag dahingestellt bleiben, ob die Borsäure auf den Menschen gesundheitsschädigend wirkt oder nicht. Die Meinungen der Sachverständigen gehen hier auseinander, und es ist ja auch schwierig festzustellen, welche Mengen schädlich