86 Seitdem hat die Fabrikation von Corned beef in Deutschland beständig zugenommen; die bestehenden Fabriken wurden vergrößert, neue gegründet. Ist auch der Umfang der Produktion der erwähnten größeren Betriebe verschieden, so kann man doch annehmen, daß keine unter 5000 kg pro Tag während der Saison verarbeitet, Eckardt & Streithorst in Dissen fabrizieren als die bedeutendsten ca. 6—8000 kg Corned beef, verarbeiten also das knochenlose Fleisch von ungefähr 35 — 40 Rindern pro Tag der Kampagne. Das Vieh, das in den deutschen Fabriken zur Verwendung gelangt, ist f ast durchweg ausländisches. Wiederholt gelangte in der Presse die trage zur Erörterung, ob für die Fabrikation von deutschem Dosenfleisch die Verwendung inländischen oder ausländischen Rohfleisches sic mehr empfehle. Diese Frage berührt lediglich die Interessen der ein heimischen Landwirtschaft. Solange Deutschland aber noch erheb liehe Quantitäten an Vieh und Fleisch aus dem Ausland zur Ver fügung gestellt werden, kann die Verwendung inländischer Ware kaum in Betracht kommen, denn die einheimische Konservenindustu 6 ist darauf angewiesen, zwar erstklassiges, aber doch auch möglich billiges Rohmaterial zu beziehen. Zu billigen Preisen aber kann die >» ländische Viehproduktion Material nicht zur Verfügung stellen, d a slC den schon vorhandenen Bedarf ohnehin nicht völlig zu decken vermag- Dazu kommt noch ein weiteres. Da größere Schwankungen llT1 Preise der fertigen Ware den Verkauf sehr erschweren, so suche» die Grossisten, als die unmittelbaren Abnehmer der Fabriken, ( ’ ur _ feste Abschlüsse sich vor Differenzen zu schützen, weshalb auch 1 Fabrikanten ihrerseits zu größeren Abschlüssen beim Ankauf A ireS Rohmaterials gezwungen sind. Nach Ansicht der Fabrikanten ist überdies auch das ausländis» Weide- oder Steppenvieh zur Fabrikation geeigneter als meist . ^ Stall gemästetes deutsches, weil das Fleisch des letzteren trocken . Die deutschen Fabrikanten kaufen zum Teil Vieh in Rußland, spe zl im Gouvernement Orenburg, in Kurgan in Westsibirien, zum iell Teil in den Moldauniederungen Rumäniens, weiten Flächen, auf denen g r °^ e Herden Rindvieh zum Verkauf stehen. Sie lassen es dort schlachte» und senden das Fleisch an ihre deutschen Fabriken. Während in Deutschland der billigste Preis für Rindfl e * sC z. B, im Flerbst 1904 55 M. per 100 Pfund Schlachtgewicht betrug’ wurde zu gleicher Zeit für dieses russische und rümänische F' elS ^’ einschließlich Zoll und Spesen, nur 45 M. von den Fabriken g eza In Rußland, speziell in Westsibirien, wird das zum Schlachte» bestimmte Vieh bei Eintritt des Frostes geschlachtet, das Fleisch a