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        <title>Konserven und Konservenindustrie in Deutschland</title>
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            <surname>Wagner</surname>
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Die Fabrikation und die Beschaffung der Rohmaterialien ist in 
' den übrigen deutschen Konservenfabriken genau dieselbe wie in 
Braunschweig. 
d) Die deutsche Dörrgemüseindustrie. 
Bei der Herstellung von Dörrgemüsen liegen ganz andere Ver 
hältnisse vor, als bei der Dosengemüsefabrikation. Hier fällt vor 
allem der Spargel, das Hauptprodukt der Dosengemüseindustrie, weg. 
Bei der Fabrikation von Dörrgemüsen kommt es darauf an, die bil 
ligeren Gemüse, die die Dosengemüse teils wenig, teils gar nicht 
verwendet, wie Weißkohl, Wirsing, Kohlrüben und Mohrrüben, zu 
haltbaren Nahrungsmitteln zu verarbeiten. 
Das Hauptprodukt der Dörrgemüse-, oder wie sie auch zum 
Unterschiede von den übrigen Konservenfabriken genannt werden, 
der Präservenfabriken sind die gedörrten Schnittbohnen. Die An 
fänge der deutschen Dörrgemüseindustrie sind in den achtziger Jahren 
des vorigen Jahrhunderts entstanden. 
Die ersten größeren Unternehmungen dieser Art waren die 
Fabriken Carl Seidel &amp; Co. in Münsterberg, Warnecke und Keidel 
in Hildesheim und Schreier &amp; Co. in Schweinfurt. 
Im Jahre 1885 bestanden 
4 Fabriken 
1885 —1890 entstanden 
8 
1890—1895 
5 
1895—1900 „ 
4 
1900—1905 
8 
Summa 29 Fabriken. 
Die Herstellung der Dörrgemüse ist eine viel einfachere als die 
der Dosen gemüse. 
Das frische Gemüse wird wie in den Dosengemüsefabriken ge 
putzt, geschält und geschnitten und dann in großen durchlöcherten 
Gefäßen angekocht. Hierauf wird das so zubereitete Gemüse auf 
Metallhorden ausgebreitet, diese Horden je 10 auf einen Wagen ge 
schoben und dieser in einen 20 m langen Kanal gebracht. Durch 
große Ventilatoren wird in diesen Kanälen, die mittelst Dampfheizung 
eine Temperatur von 80—90 0 erhalten, ein starker Luftstrom erzeugt, 
sodaß das Gemüse bereits nach drei Stunden seinen ganzen Wasser 
gehalt (ca. 90—95 °/ 0 ) verloren hat und haltbar geworden ist. Die 
größeren drei Fabriken verarbeiten täglich jede bis 200 Zentner Roh 
gemüse, die übrigen Unternehmungen je 50—100 Zentner. Für die 
Dörrgemüse ist es charakteristisch, daß kleinere Betriebe, wie bei der</div>
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