19 nachdem sie solange in Magdeburger Erde geruht hatten, wie wohl noch vielen erinnerlich sein dürste, wieder nach Frankreich überführt worden sind. Etwa im Jahre 1799 verheiratete sich Carl Schultze mit der Tochter des Verlagsbuchhändlers Paul Gotthelf Kummer aus Leipzig und später, nach ihrem Tode, mit deren jüngerer Schwester (Emilie). 12 Kinder — 9 Söhne und 3 Töchter —, die diesen beiden Ehen entsprangen, wurden sämtlich großjährig. Von den Söhnen wurden, dem Alter nach geordnet, Eduard Mediziner, er starb als Medizinalrat in Magdeburg; Theodor, der iu jungen Mannesjahren starb, Maler; Julius Kaufmann in Brieg in Schlesien; Lermanu Buchhändler in Leipzig; Wilhelm nach dein Tode Dumonts Chef der „Kölnischen Zeitung"; Ferdinand Zuckerfabrikbesitzerin Calbe; August Postbeamter; Carl Ritterguts besitzer bei Königsberg; Robert Landschaftsmaler in Düsseldorf, gegenwärtig in München. Von seinen 3 Töchtern heiratete eure den Stadtrat Scheller in Magdeburg (später Geh. Oberfinanzrat in Berlin), die zweite den Stadtbaurat Pros. Treuding zu Hannover und die dritte den Pastor Schroecker. Bis zum Fahre 1832 bewohnte Carl Schultze ein Laus am Fürstenwall, dann bezog er das Laus Neuer Markt (Domplatz) 7, das gegenwärtig das Laudels- kammernntglied Johannes Brunner zum Besitzer hat. Der zweite Stock des Laufes war jahrelang, wie aus einem Lerrn Paul Burchardt gehörenden Doku- mente hervorgeht, an Moltke (damals Oberstlieutenant) vermietet, zu den: Carl Schultze gute Beziehungen unterhielt. Etwa Mitte der dreißiger Fahre fand bei Magdeburg eiu großes Manöver statt, zu dein der Kaiser von Rußland und der König von Lannover erschienen. Da Magdeburg damals nur 40000 Einwohner (übrigens Leipzig doch auch nur 45000 E.) zählte, unb die Gasthäuser der Stadt nicht ausreichten, so wurden viele Ehrengäste bei Magdeburger Bürgern untergebracht. Carl Schultze be herbergte den Prinzen Wilhelm, den späteren Kaiser, von dessen einfachem und ritterlichem Wese» der Ruhm sich seitdem in der Familie Schultze fortpflanzt. Earl Schultze starb am 31. Juli 1850, fast 70 Jahre alt, 5 Fahre nach dem Tode seiner zweiten Frau (2. Jan. 1845), an den Folgen eines Lungenschlages, der ihn nur wenige Tage vor seinem Linscheiden ans Bett gefesselt hatte. Das sind die wenigen Daten über das Leben des Mannes, dem es seinerzeit beschieden war, zusammen mit Oberbürgermeister Francke der Magdeburger Kaufmannschaft eine Organisation zlt geben, die sich fast 75 Fahre hindurch aufs beste bewährte und in modernem Gewände noch heute besteht. Es muß unsere Ausgabe bleiben, dein Wirken dieses Mannes weiter nach zuforschen, wenn wir auch fürchten, daß die in früheren Jahrzehnten bei den