36 ■j — =—= = = [■ haben wir die Ein- und Auslade- sowie die Revisionsstellen uns "genau angesehen, um danach vielleicht später einige Verbesserungen bei unserem Packhof vorschlagen §11 können. Abends 11 Ahr kamen wir nun aber erst in Mainz, und Sonnabend früh 9 Llhr hier an. Den Mittag sprachen wir gleich bei Tische Rahm von Stettin, Refardt und Sanders von .Hamburg und mehrere andere Kaufleute, welche einen Äandelsverein hier gebildet, derselbe, welcher auch uns aufgefordert hatte, uns mit anzuschließen. Die Protokolle ihrer Beratungen teilten sie uns mit, wir ersahen aber aus denselben, daß wir nicht ganz mit ihnen harmonieren. Die Süddeutschen, welche ungeheure Schutzzölle verlangen, hatten sich auch bereits von den Norddeutschen so ziemlich getrennt, denn letztere sprechen von Finanzzöllen, wollen aber doch im Grunde nur aus das Freihandelssystem hinaus. Erstere sind zum Teil wegen der Leipziger Messe hier abgereist und wollen erst gegen Mitte Oktober wieder kommen, an eine Einigung ist daher fürs erste nicht zu denken, und ich fürchte sehr, daß sie die Überzeugung mitgenommen haben, wie der Volkswirtschaftliche Ausschuß mit ihnen gleichgesinnt und für hohe Schutzzölle gestimmt ist. Wir wollen versuchen, zwischen diesen beiden Extremen die Mitte einzunehmen und von beiden Seilen soviel als irgend möglich zu uns heranzuziehen. Für Wein haben die Küstenländer die Steuer aus 3 Taler, aber ohne Rabatt, vorgeschlagen, für Kaffee 3 Taler, raffinierten Zucker 5 Taler, für rohen 3 Taler und für Rübenzucker auch 3 Taler und zwar aus FinanzrücksichtenI Dies war schon vor unserer.Herkunft — mit Ausnahme von Wein, wobei ich mit debattiert und für 4 Taler mit 25 o/o Rabatt gesprochen habe, aber überstimmt wurde — verhandelt, es soll aber noch, nachdem man mit den einzelnen Artikeln erst fertig ist, eine zweite Verlesung und eine nochmalige Debatte vorgenommen werden, und will man alsdann unseren Wünschen wiederum nicht entgegenkommen, dann ziehenwir uns zurück und geben mit Gleichgesinnten unsere Ansichten über die Sache dein Volkswirtschaftlichen Ausschuß ab. Man sieht hier am Ort recht deutlich und klar, wie es sowohl im Politischen als Merkantilen ­ um die deutsche Einigkeit steht, wer dafür noch schwärmt, dem raten wir, hierher zu eilen und das Treiben der Parteien mit anzusehen, die Binde wird ihm bald von den Augen fallen. Morgen kommt nun die Waffenstillstandsfrage zur Verhandlung in der National-Versammlung. Das Resultat berichte ich am Schluß dieses. Bis jetzt ist noch kein neues Ministerium zustande gekommen, Dahlmann sowohl als der Bayersche Ministerialrat v..Hermann haben die ihnen dieserwegen gegebenen Aufträge unausgeführt zurückgegeben. — Laß Dich übrigens durch die stipulierten Zollsätze der Hamburger und Stettiner namentlich in betreff des Rübenzuckers nicht in Schrecken setzen, denn da Österreich die Zollvereinigung in diplomatischer Weise hinausgeschoben hat, so wird wahrscheinlich ans der ganzen Zollvereinignng nichts werden, es sei denn, daß wenigstens mit Hannover, Mecklenburg, Lainburg pp. neue Verträge abgeschlossen würden. Sprich aber hierüber nicht weiter, da wir dies nur durch eine vertrauliche Mitteilung wissen. — Die Fortsetzung der beantworteten volkswirtschaftlichen Fragen möchten wir gern so bald als möglich haben. Wie ich bereits an .Herrn Fehr sagte, lasse ich meine Briese an Bernhard Andreae 8- Söhne hier adressieren. Den 16. früh! Vorstehendes schrieb ich Mittwoch abend, und wollte ich dann am Donnerstag ­ das Resultat der Waffenstillstandsfrage hier noch darunter berichten. Diese Sache ist nun allerdings gestern sowohl als vorgestern in der Versammlung vorgewesen, manche tüchtige Reden pro und contra habe ich teils mit Freude, andernteils aber auch mit tiefer Entrüstung gehört, die Entscheidung wird aber erst heute wahrscheinlich stattfinden. iy ft