88 So ward denn die Feierlichkeit seiner Beisetzung eine imposante Kundgebung weitester Kreise der städtischen Organisation, der Korporation der Kausmannschast und der Bürgerschaft Magdeburgs. Über Lermann Zuckschwerdts häusliche und Familien-Verhältniffe wollen wir hier noch bemerken, daß er sich am 15. Mai 1851 mit Ernestine Koch, einer Tochter des ehem. Ministers, Geheimrats Koch in Caffel, vermählte. Diese Verbindung mag ihm den Gedanken nahegelegt haben, seiner Familie und auch seiner Firma ein würdig eingerichtetes Lein: und Laus zu geben. So sehen wir denn, daß er, dem sonst aller Prunk sern lag, aus dem Grundstück in der Spiegelbriicke einen prächtigen Neubau ausführte, worin, wie besonders erwähnt werden mag, Baumeister Ende dem Treppenhaus in Anlehnung an Genueser Patrizierhäuser eine besonders geschmackvolle Ausgestaltung und Ausstattung geben durfte. — In diesem Lause wurden Lermann Zuckschwerdt drei Kinder geboren, namens Wilhelm, Julie llnd Lermann. III. Wilhelm Zuckschwerdt. Wie sein Vater Lermann, so wurde auch Wilhelm Zuckschwerdt, der älteste Sohn Lermanns, durch den Tod des Vaters zur unerwartet frühen Übernahme des Geschäftes gezwungen. Als sein Vater starb, war Wilhelm zur Kräftigung seiner Gesundheit sern im Siiden. Man braucht nur an das Jahr 1873, das Todesjahr des Vaters, zu denken, um eine Erinnerung daran zu wecken, welch schwere Gewitterwolken sich damals um viele gute deutsche Landlungsfirmen zusammenzogen. Wie aber dem Vater in der: ersten Geschäftsjahren als treuer Mitarbeiter Lerr Carl Bandau die Übernahme der Geschäfte erleichtert hatte, so waren nach Zuckschwerdts Tode die Lerren Wilhelm Leißner und Mewes, später Gustav Belsch und Wilhelm Burchardt der Witwe und dem ältesten Sohne treue Lelfer.— Am 1. Jan. 1875 übernahm Wilhelnr Zuckschwerdt die selbständige Leitung der Firma. Der junge Chef hat schwere Zeiten voriiberziehen sehen; man denke an den Sturm, der über das Zuckergeschäst Ende der 80 er Jahre hereinbrach; doch er machte das Sprichwort zu schänden, das besagt, im kaufmännischen Leben verzehre die dritte Generation, was die erste und zweite erworben und gemehrt habe. Aus ihn, der die Firma durch alle Fährniffe zu großen Erfolgen führte, haben sich vielmehr kaufmännischer Geist, kaufmännische Fähigkeiten und ferner auch kaufmännischer ­ Berufstolz aufs gliicklichste und erfreulichste vererbt. Verbietet es sich von selbst, in einer Festschrift, wie der vorliegenden, persönliche ­ Urteile über die Lerren zu fällen, die heute als Mitglieder und Vorsteher