16 Untersuchung von Boden. empfiehlt deshalb, die Bestimmung der Kohlensäure in solchen Fällen bei Zimmertemperatur ­ zu Ende zu führen; bei genügend langer Einwirkung (etwa 3 Stunden) ist bei der feinen Verteilung im Erdboden auch eine Zersetzung des etwa vorhandenen ­ dolomitischen Materials zu erreichen. b) Bestimmung der kohlensauren Erden durch Auskochen mit Ammoniumnitrat. ­ Ist neben erheblicheren Mengen Calciumkarbonat auch Magnesiumkarbonat anzunehmen und zu bestimmen, so benutzt man hierzu die Eigenschaft des Ammoniumnitrats, sich mit den kohlensauren Erden in kohlensaures Ammon und salpetersaure Erden umzusetzen. 1—2 g des möglichst fein gepulverten und bei 100° getrockneten Bodens werden in eine Porzellanschale gegeben, mit 20 ccm einer konzentrierten Ammoniumnitratlösung ­ unter Bedecken mit einem Uhrglase 1 / 2 Stunde lang gekocht, indem man zum Schluß das verdunstete Wasser durch Zusatz von heißem Wasser ersetzt, um eine Abscheidung von Ammoniumnitrat zu vermeiden. Nachdem sich der Boden abgesetzt hat, dekantiert man die heiße Lösung durch ein Filter in einem Heißwasser-Trichter, ­ wiederholt das Auskochen noch 2-mal und wäscht mit einer etwas verdünnteren heißen Lösung von Ammoniumnitrat aus. Das mit Wasser stark verdünnte Filtrat wird bis zum Kochen erhitzt, mit einigen Tropfen Ammoniak versetzt, der Kalk in bekannter Weise mit Ammoniumoxalat gefällt und nach dem Trocknen und Glühen als CaO gewogen. Das Filtrat vom Kalkniederschlage wird in einer Porzellanschale auf etwa die Hälfte eingedampft, mit einer Lösung von Natriumphosphat und darauf mit Ammoniak — bis zu 1 / 3 der ganzen Lösung — versetzt. Nach 12—24-stündigem Stehen wird das ausgesohiedene phosphorsaure Ammon-Magnesium abfiltriert und in bekannter Weise als Magnesiumpyrophosphat gewogen. c) Bei Böden, welche größere Mengen an Karbonaten der alkalischen Erden enthalten, kann nach H. Immendorff 1 ) auch die Alkalitätsbestimmung (vergl. unter Kalkstein usw.) mit gutem Erfolge zur Ermittelung des kohlensauren Kalkes und der kohlensauren Magnesia verwendet werden. 5. Bestimmung des Gipses. Knop rechnet zu den Bodenkonstituenten auch den Gips, welcher wasserhaltig ­ als Gips oder Marienglas, wasserfrei als Anhydrit oder Karstenit in der Natur vorkommt. Für gewöhnlich jedoch ist der Gips in der Ackererde nur in sehr geringer Menge vorhanden und kann deshalb als Bodenkonstituent von untergeordneter ­ Bedeutung vernachlässigt werden. Wo seine Ermittelung notwendig erscheint, bestimmt man im salzsauren Auszuge des Bodens die Schwefelsäure und berechnet aus dieser den Gipsgehalt (vergl. weiter unten S. 29). Knop kocht eine entsprechende Menge Erde (2 g) mit einer Lösung von schwefelsäurefreiem Natriumkarbonat ­ (20 g), womit sich der Gips in Natriumsulfat und Calciumkarbonat umsetzt, ­ und bestimmt die Schwefelsäure im Filtrat. Ö. Bestimmung der aufgeschlossenen Silikatbasen. Hierunter versteht man die durch Verwitterung aus den tonliefernden Silikaten ­ ausgeschiedenen Mono- und Sesquioxyde (Aluminiumhydroxyd und Ferrihydroxyd); die Menge derselben gibt uns daher den Grad der Verwitterung eines ') Zeitschr. f. angew. Chemie 1900, 1177.