Untersuchung der Mineralböden. 35 Erforderlich dazu ist eine alkalifreie Borsäure, die durch sorgfältiges 2—3-maliges Umkrystallisieren eines guten Handelspräparates erhalten, dann durch Glühen in kleinen Mengen (2—3 g) im Platintiegel entwässert und gepulvert wird. Von solcher Borsäure benutzt man auf je 1 g Silikat 3—4 g für leicht aufschließbare, 5—6 g für schwerer aufschließbare ­ Silikate und 8 g für Feldspat. Man glüht ö—10 Minuten mit kleiner Flamme zur Vertreibung des vorhandenen Wassers und dann erst mit voller Flamme. Sobald die Masse ruhig fließt, glüht man noch einige Zeit mit gewöhnlichem Brenner und zuletzt, auf dem Gebläse. Nach beendigter Aufsohließung setzt man den bedeckten, glühend heißen Tiegel in ein mit kaltem Wasser umgebenes Tondreieck, bringt die sich leicht ablösende Schmelze in eine geräumige Platinschale und zersetzt die Schmelzmasse unter schwachem Erhitzen mit kochend heißem Wasser und Salzsäure. Ist die Aufschließung vollständig gewesen, so lassen sich auf dem Boden der Platinschale ­ nicht die geringsten harten Teilchen fühlen. Die Lösung wird auf dem Wasserbade ­ eingedampft, wobei die Flüssigkeit nach einiger Zeit infolge Ausscheidung von Siliciumhydroxyd gelatiniert; von da an muß bis zur vollständigen Trockne häufig umgerührt ­ werden. Die Entfernung der Borsäure geschieht mittels Salzsäuremethyläthers, den man dadurch erhält, daß man in eine mit einem geschliffenen Eöhreneinsatz versehene dünnstrahlige Spritzflasohe 250 ccm Methylalkohol gibt und durch das Spritzrohr unter Abkühlung ­ 2—3 Stunden einen lebhaften Strom von Salzsäuregas leitet, welches vorher durch Wasch- bezw. Trockenflaschen mit konzentrierter Schwefelsäure und Chlorcalcium gegangen ­ ist. Mit der so erhaltenen Flüssigkeit übergießt man in Mengen von 60—70 ccm den Schmelzrückstand, erwärmt im Wasserbade, bis der Alkohol verjagt ist, und wiederholt dieses 3—4-mal, um alle Borsäure auszutreiben. Die verbleibende Salzmasse wird nach dem vollständigen Trockenrühren mit dem Platinspatel 1 Stunde bei 110° getrocknet, der Trockenrückstand mit 5 ccm konzentrierter Salzsäure durchfeuchtet, 10 Minuten lang stehen gelassen, darauf mit 75 ccm Wasser versetzt, ­ 16 Minuten auf dem Wasserbade erhitzt, die unlösliche Kieselsäure abfiltriert und mit kochendem Wasser, dem man anfänglich auf dem Trichter verdünnte Salzsäure zutröpfelt, ­ gründlich ausgewaschen. Das Filtrat muß nochmals eingedampft und in gleicher Weise behandelt werden, da 0,5—2,0 e / 0 Kieselsäure gelöst bleiben können, welche sonst später mit Tonerde und Eisen zusammen ausfallen würden. Nach einigen Versuchen hierseihst scheint das Verfahren auch bei Böden trotz des hohen Gehaltes an Sand anwendbar zu sein, wenn man genügend große Mengen Borsäure anwendet. 4. Bestimmung des Quarzes. Die Menge des Quarzes in dem Boden ergibt sich drfrch Differenz-Berechnung. Man addiert die in dem mit Flußsäure aufgeschlossenen Eückstande gefundene Menge von Tonerde, Kali, Natron usw., berechnet aus diesen nach vorstehenden Angaben ­ die entsprechende Menge Kieselsäure, addiert diese ebenfalls hinzu und zieht die Summe von der zum Aufsohließen verwendeten Menge Sand + Silikate ah; der Rest ist als „reiner Quarzsand“ anzusehen und in Rechnung zu stellen. III. Bestimmung einzelner Bestandteile des Bodens. 1. Bestimmung des Humus. Dieselbe ist bereits S. 13 beschrieben. Es erübrigt, hier noch einige Verfahren zur Ermittelung der Beschaffenheit des Humus mitzuteilen. Dieselbe ergibt sich zum Teil schon aus dem Verhältnis, in welchem der Kohlenstoff zum Stickstoff steht; je enger bei mittlerem Humusgehalt (3—4 °/ 0 ) das Verhältnis ist, um so günstiger ist dies im allgemeinen. Das Verhältnis von organisch gebundenem Stickstoff zum Kohlenstoff kann von 1:5 bis 1:20 und selbst bis 3*