54 Untersuchung von Boden. 8. Bestimmung des Wasser* Aufsaugung» Vermögens, der Kapillar-Anziehung des Bodens. Das Aufsaugungsvermögen (Käpillaranzichung) des Bodens für Wasser, wenn das letztere von untenher in den Boden anfsteigen famß, wird in der Weise bestimmt, daß man in Zentimeter eingeteilte Glasröhren von 80 cm Hohe und 1,6 bis 2 cm Durchmesser am unteren Ende mit feiner Leinwand verschließt, die mit einem Kautschukring befestigt wird und unter gelindem Aufklopfen nach und nach mit dem feinpulverigen Boden anfüllt, dann mit dem unteren Ende 1—2 cm tief in Wasser stellt und ermittelt, wie lange Zeit erforderlich ist, bis die Feuchtig keit von untenher bis zu einer gewissen Höhe (30—50—70 cm) in dem Boden auf steigt oder auch wie hoch die erstere im Verlaufe einer gewissen Zeit (1—2—4 —8—16—24—48 usw. Stunden) sich erhebt. Dieselben 6 Bodenarten, von denen schon mehrfach die Bede war, verhielten sich hierbei in der Weise, daß die Feuchtigkeit innerhalb der angegebenen Zeit die folgende Höhe erreichte: 1. 2. 3. 4. 5. 6. Nach 24 Stunden 27,3 38,0 16,7 36,3 8,0 28,8 cm. „ 48 •>1 35,9 50,8 24.5 49,2 11,9 40,5 • » „ 72 -n 41,5 59,5 30,0 57,9 15,2 49,1 „ 96 44,4 66,2 33,5 63,8 17,5 55,1 „ 120 >1 46,7 70,0 36,3 68,5 19.2 60,6 » Man sieht hieraus sehr deutlich, daß ein größerer Tongehalt und teilweise auch der Humus das Aufsteigen der Feuchtigkeit aus dem Untergründe in die oberen Schichten des Bodens sehr verlangsamt. In der Tat hatte das Wasser die Höhe von 70 cm in dem Boden No. 2 nach 5 Tagen erreicht, in No. 4 nach 6 Tagen, in No. 6 nach 8 Tagen, in No. 3 dagegen erst nach 72 Tagen, in No. 1 nach etwa 100 und in No. 5 gar erst nach 175 Tagen. Dieselben Apparate oder auch etwas kürzere, 40 cm lange Glasröhren kann man benutzen, um zu beobachten, bis zu welcher Tiefe und wie schnell eine gewisse Wassersäule (z. B. von 4 oder 8 cm) von obenher in die völlig luft trockne Erde eindringt. Bezüglich der Tiefe des Eindringens hat man zwei Be obachtungsumstände zu unterscheiden: a) den Augenblick, wo das flüssige Wasser von der Oberfläche des Bodens verschwunden, also in ihn eingedrungen ist, und dann b) die Tiefe, bis zu welcher die Feuchtigkeit überhaupt in den Boden ein dringt, also den Zeitpunkt, wo ein Stillstand im weiteren Versinken des Wassers eintritt, wenn nämlich die tieferen Schichten noch vollkommen lufttrocken sind. Bei Versuchen mit den obigen sechs Bodenarten ergab sich, daß eine 4 cm hohe Wassersäule in den lufttrocknen Boden einsickerte in Boden 1 2 3 4 5 6 nach 4,3 1,8 10,3 3,0 21,0 4,3 Stunden, und zwar bis zu einer Tiefe von a) 11.0 12,0 11,4 13,3 11,7 12,0 cm. b) 13,0 18,1 13.0 19,0 12,0 15,5 „ Als abermals eine Wassersäule von 4 cm auf den in den oberen Schichten bereits feuchten Boden gebracht wurde, verschwand jetzt das ! Wasser von der Oberfläche erst in 1. 2. 3. 4. 5. 6. 21,5 9,0 42,0 14,0 80,0 22,0 Stunden, und die Feuchtigkeit erstreckte sich nun bis zu einer Tiefe von a) 21,1 24,3 22,0 25,2 23,0 26,1 cm. b) 23,9 30,0 23,5 30,0 24,7 30,0 „