66 Untersuchung von Boden. fließenden Strom von tief abgekühltem Weingeist und wiederholt oder setzt diese Behand lungen so lange fort, bis das Probierrohr mit einem Mantel von Eis umgeben ist, der bis nahe an die Wand des äußeren Zylindergefäßes reicht. Hierbei tritt ein großer Teil des Quecksilbers wieder aus. Die Kältemischung wird darauf aus dem Probierrohre entfernt und dieses zu etwa mit reinem Wasser gefüllt. Das so vorbereitete Kalorimeter wird alsdann in ein mit Eismantel ausgekleidetes, mit destilliertem Wasser und reinem ge riebenen Eis gefülltes Glas- oder Porzellangefäß gestellt, welches der Größe des Kalori meters so angepaßt ist, daß es, in das Gefäß bis nahe zum oberen Ende des inneren Eohres versenkt, oben mit einem entsprechenden Deckel bedeckt werden kann. Dieses Gefäß wird wiederum in ein noch größeres Gefäß gestellt, welches vollständig mit Bis angefüllt wird; das während des Versuches aus letzterem sich bildende überschüssige Wasser kann durch einen unten am Außengefäß sich befindenden Hahn abgelassen werden. Fig. 13. Eiskalorimeter zur Bestimmung der Beuetzungswärme nach A. Mitscherlich. Darauf wird das mit getrocknetem Boden beschickte evakuierte und verschlossene Gläschen (Fig. 12, S. 65) in das Probierrohr C gesenkt, letzteres durch einen mit Hebelvorrichtung versehenen Pfropfen geschlossen, das mit Quecksilber gefüllte Seitenrohr des Kalorimeters ebenfalls geschlossen, in der geeichten Kapillare mittels des Glasstabes das Quecksilber auf 0 eingestellt und dann so lange stehen gelassen, bis 'Temperaturausgleioh stattgefunden hat. Alsdann wird der Gang des Kalorimeters, d, h. die von ihm in der Zeiteinheit (einer Stunde) eingesaugte Quecksilbermenge festgestellt, was zweckmäßig während der Nachtzeit geschieht. Der Nachtgang hält sich einige Tage nach dem Anfrieren sehr be ständig. Ist der Gang zu hoch, so kann man ihn durch Eingießen einer schwachen Salz lösung oder dergleichen in das Eisgefäß leicht herabdrücken; so bewirkt z. B. 1 ccm 96°/ 0 igen Alkohols auf 15 1 Eiswasser einen Gangunterschied von—0,1800 g Quecksilber. Wenn das Röhrchen mit dem Boden vorher 1 Stunde in Wasser von 0° vorgekühlt war, so kann man schon eine Stunde nach dem Einlassen beginnen, die Beobachtung selbst nach einer Stunde abschließen und braucht während der Bestimmungen den Gang des Kalori meters nicht zu kontrollieren. Nach diesen Vorbereitungen beginnt der eigentliche Versuch. Die ausgezogene und mit einem Glasmesser leicht eingeschuittene Spitze des Deckels wird mittels der Hebelvorrichtung