98 Untersuchung von Gesteinen und deren Verwitterungs-Erzeugnissen. allgemeinen wie bei der Untersuchung der mineralischen Bodenarten. Handelt es sich um eine einfache Bausch-Untersuchung, durch welche die einzelnen Bestandteile des Gesteins bestimmt werden sollen, so verfährt man wie folgt: 1. Aufschließung mit kohlensaurem Kalium-Natrium. Ein Teil des sehr fein zerriebenen Minerals (1—3 g) wird mit der 4-fachen Menge von kohlensaurem Kalium-Natrium — Gemisch von 13 Teilen wasserfreiem, kohlensaurem Kalium und 10 Teilen wasserfreiem, kohlensaurem Natrium — in einem geräumigen Platintiegel mittels eines Platinspatels innig vermengt, anfänglich gelinde, dann im Gebläse so lange erhitzt, bis die Masse ruhig fließt und keine Blasen mehr wirft. Die er kaltete Schmelze (nötigenfalls mit Tiegel) 1 ) wird in einem Becherglase mit der 10—15-fachen Menge Wasser unter Erwärmen aufgeweicht, dann unter Bedecken des Becherglases mit einem Uhrglase mit Salzsäure (nötigenfalls unter Zusatz von etwas Salpetersäure) im Uberschuß versetzt, so lange damit stehen gelassen, his keine Kohlensäure mehr entweicht, dann in eine Porzellanschale gespült, in dieser auf dem Wasserbade zur Trockne verdampft und zur vollständigen Ab scheidung der Kieselsäure noch einige Zeit im Luftbade erwärmt. Der Rückstand wird mit salzsäurehaltigem Wasser aufgenommen, die abgeschiedene Kieselsäure filtriert, ausgewaschen, getrocknet, geglüht und gewogen. Das salzsaure Filtrat wird auf ein bestimmtes Volumen gebracht und in aliquoten Teilen die Basen: Eisenoxyd, Tonerde, Mangan, Kalk, Magnesia usw. nach den S. 24 u. ff. unter „Boden“ angegebenen Verfahren bestimmt. Die Alkalien können selbstverständlich in dieser Lösung nicht bestimmt werden, für deren Bestimmung bedarf es der 2. Aufschließung mit Flußsäure. Je nach dem Gehalt an Alkali-Silikaten werden 1 bis 10 g des äußerst fein zerriebenen Gesteins mit Flußsäure aufgeschlossen und weiter behandelt, wie unter „Boden“ S. 34 u. ff. beschrieben ist. 3. Aufschließung mit kohlensaiirem Baryum oder Baryumhydroxyd, Salz säure usw. Wenn man die doppelte Aufschließung, einerseits mit kohlensaurem Kalium-Natrium, andererseits mit Flußsäure umgehen will, so pflegt man auch mit kohlensaurem Baryum oder Baryumhydroxyd aufzuschließen, weil sich die so erhaltene Schmelze sowohl zur Bestimmung der Kieselsäure, als sämtlicher Basen verwenden läßt. Jedoch bedarf es zur Aufschließung mit letzteren einer sehr hohen Tempe ratur, welche nur mit einem guten Gasgebläse, einem Sefströmschen Ofen usw. erreicht werden kann. Das sehr fein zerriebene und bei etwa 200° getrocknete Gestein wird mit der 5-fachen Menge von kohlensaurem Baryum in einem geräumigen Platintiegel oder der 4-fachen Menge Barymmhydroxyd in einem Silbertiegel innig vermengt und bis zum ruhigen Schmelzen der Masse erhitzt. Die Abscheidung der Kieselsäure erfolgt wie unter No. 1; das salzsaure, von der Kieselsäure befreite Filtrat dagegen wird unter Vermeidung eines größeren Überschusses nach und nach mit verdünnter Schwefelsäure versetzt, vom ausgefällten Baryumsulfat abfiltriert, das Filtrat hiervon einschließlich Waschwasser auf ein bestimmtes Volumen gebracht und in aliquoten Teilen die Basen nach den unter „Boden“ S. 24 u. ff. angegebenen Verfahren be stimmt. Aus der so gefundenen Zusammensetzung des ganzen Gesteins lassen sich oftmals annähernd die. prozentigen Verhältnisse der einzelnen Mineralien (Gehalt an Quarz, J ) Wenn man den noch fast glühenden Tiegel auf eine kalte, dicke, blanke Eisen platte stellt, gelingt es in der Regel, den geschmolzenen Kuchen als Ganzes aus dem Tiegel zu entfernen; man braucht in diesem Falle die anhängenden Teilchen nur mit warmem Wasser aufzuweichen und in die Schale zu spülen.